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1

05.01.2011, 00:07

Ja hallo erst mal ...

... ich weiß zwar nicht, ob Sie's schon wußten, aber ich bin zum Thema Männermode im Allgemeinen und Rock für den Mann im Speziellen schon an einigen Stellen im Internet zu finden, entweder unter Juergen64 (womit mein Geburtsjahr bekannt ist) oder unter JuergenB (womit ich meinen vollständigen und realen Namen bis auf 2 Buchstaben preisgegeben habe) - und jetzt durch einen Link in einem anderen Forum auch auf diese Seite gestoßen.

Ich wohne in der Eifel, Nähe Koblenz, bin verheiratet, habe zwei Kinder im Alter von 4 und 9 Jahren, und von Beruf Außendienstler. Achja, und einige Comedians mag ich auch, allen voran Nuhr und Hirschhausen.

Meine Intention ist die Umsetzung der juristisch vorhandenen Gleichberechtigung für den Mann bezüglich Outfit und Styling. Aus nun fast 11 Jahren Erfahrung mit dieser Thematik komme ich zu der Überzeugung, dass "die Gesellschaft" dies längst anerkennt, nur leider die wenigsten Männer den Mumm haben das umzusetzen! Ob das nun ein Rock oder irgendein anderes Kleidungsstück ist oder auch kosmetische Hilfsmittel, die meisten Männer haben Angst ihren Status zu verlieren wenn sie sich mit vermeintlich weiblichem schmücken. Deswegen bin ich froh, hier wieder einge Menschen gefunden zu haben, die diese Angst nicht haben oder daran arbeiten sie abzulegen. In diesem Sinne hoffe ich auf nette Diskussionen.

Gruß
Jürgen


beatled

unregistriert

2

05.01.2011, 21:03

Erstmal herzlich willkommen Jürgen.

Ich kann mit Rock oder so nicht viel anfangen. Mich weiblich zu kleiden, war nie ein Bedürfnis von mir. Ich habe jedoch kein Problem damit.

Ich selber möchte männlicher wirken als ich wirklich bin. Bei der Kleiderwahl also betont männlich. So sind die Welten verschieden. Wahrscheinlich liegt der Unterschied zwischen uns darin, dass du ein richtiger Mann bist und ich nicht so ganz. Du bist ja immerhin verheiratet mit Kindern. Ich schwul und habe mehr oder weniger regelmässig wechselnde Beziehungen.

Trotzdem bin ich bei meinem Styling gezwungen, tief in die Kosmetiktruhe zu greifen. Ich möchte möglichst perfekt aussehen. Und das funktioniert nur mit viel Kosmetik. Zumindest ist dies meine Überzeugung.

Wenn du Jungs zu etwas mehr Mut zur eigenen Selbstverwirklichung ermuntern willst, ist das echt positiv. Teilweise verhalten sich Männer, die etwas aus dem Standardraster fallen, total feige. Stehen nicht zu sich und leben sich nicht aus, wie sie eben sind. Dabei ist die Gesellschaft gar nicht so intolerant.

Das sich Ausleben ist natürlich eine Altersfrage und von der Umgebung, in der man aufwächst, abhängig. Du selber schreibst, dass du erst vor etwa zehn Jahren mit dem „Outing“ begonnen hast. Und da warst du bereits ein reifer Mann.

Ich habe mich als Kind und Jugendlicher fast ausschliesslich unter Mädchen und Frauen aufgehalten. Das war meine Welt. Da ich mit den Mädchen Schritt halten wollte, kam ich automatisch in die wunderbare Welt der Mode und Kosmetik. Und die Mädchen akzeptierten es vorbehaltlos.

Meine Mutter war froh, dass ich mich in aus ihrer Sicht sicheren Welt der Mädchen aus dem Quartier aufhielt. Sie kannte die Mädchen und ihre Mütter. So schminkte ich mich bereits so ab 16 täglich für die Schule. Zuhause war das akzeptiert. Mein Vater interessierte sich eh nicht dafür, was ich trieb. Ich hatte bloss meine Mutter. Und die war auch nicht die typische Mutter. Mutterliebe erhielt ich mehr bei Nachbarsfrauen im Quartier. Was Familie sein könnte, erfuhr ich auch nur dort. Es waren alles südländische Einwanderer.

Dass etwas gröbere Jungs in etwa meinem Alter (so um 15-17) mit meinem Benehmen und Look ein Problem sahen, damit musste ich fertig werden. Ich weiss nicht mehr, wie viele Male ich zusammengeschlagen wurde. Überlebt habe ich es und ich bereue meinen Lebensweg nicht.

Manchmal braucht es etwas Courage im Leben. Dies nicht nur wenn man im jugendlichen Alter ist. Das gilt für das gesamte Leben. Wenn man es nicht früh lernt, zieht man seinen eigenen Schwanz später im Leben viel zu schnell ein.

Wie Jürgen schreibt, kann man auch als reifer Mann noch zu seinem eigenen Weg finden. Ich weiss es nicht. Ich bin froh, dass ich meinen Weg in der Jugend gefunden habe.

3

06.01.2011, 21:14

Hallo beatled,

was hat Kleidung oder Styling mit dem Geschlecht oder der geschlechtlichen Identität zu tun? Kleiden sich Frauen, die Hosen tragen, damit automatisch männlich? Oder wären die vielleicht gar lieber Männer? Oder sind die alle Lesben?

Wieso ist ein Rock ein weibliches Kleidungsstück? Die Hose ist eine Erfindung der Skythen für ihre berittenen Krieger. Zum einen ist das lange her, zum zweiten habe ich keinen Gaul (na gut, den modernen Gaul Motorrad schon, und da trage ich auch Hose), und zum dritten führe ich keinen Krieg. Was also soll ich im Alltag mit der Hose?

Also mal ganz von Anfang: bis zur französischen Revolution trug zumindest der Adel Röcke, Feinstrumpfhosen (oder was man damals so nannte), und Schuhe mit Absatz; letztere sind übrigens eine Erfindung auch für Reiter, die damit besseren Halt in ihren Steigbügeln fanden, also lupenreine Männerkleidung, denn Frauen und reiten war damals undenkbar! Erst durch die Revolution war auf einmal diese Kleidung des Adels verpönt, und man bediente sich der Kleidung des Militärs, die sich bis heute noch in Form des Anzugs erhalten hat.

Zum Thema Kosmetik: ich habe absolut nichts dagegen, aber ich finde bei Mann wie auch bei Frau, dass man den Menschen hinter der Maske noch erkennen können sollte!

Outing? So kann ich das bei mir nicht bezeichnen. Als im Februar 2000 T. Gottschalck im kiltähnlichen Mini Wetten dass? moderierte, hatten wir Bekannte zu Besuch. Ich sagte so aus Spaß: "Oooch, was der kann, das kann ich auch ... so ein Rock wäre doch auch mal was für mich!" Reaktion der Bekannten: "Traust Du Dich nicht!" - klar, Montags wurde einer gekauft, und Samstags in die Disco angezogen. Was so als Spaß gedacht war, stellte sich an diesem Abend als äußerst angenehm zu tragende Kleidung heraus, und nebenbei erhielt ich viel Lob für mein Outfit. Aus dem Grunde bin ich einfach dabei geblieben. Ich sehe auch nichts "schlimmes", wofür ich mich hätte outen müssen. Meine Frau mag gerne Hosen tragen, und ich trage gerne Röcke - ja und?

Genau wie Du mit Deinen Kosmetika, erlebe ich auch bei Frauen viel Zustimmung, während einige wenige Männer offensichtlich ein Problem damit haben. Da ich aber kein Psychiater bin, interessieren mich solche Probleme anderer Menschen nur sekundär oder weniger. "Die Gesellschaft"? Wenn ich vor 10 Jahren (zur Erinnerung: Schröders Glanzzeit) geäußert hätte, dass wir heute eine Kanzlerin, von der CDU, dazu evangelisch und auch noch geschieden, und dann noch aus dem Osten hätten, wäre ich im günstigsten Fall ausgelacht worden ... heute macht sie ihre 2. Legislaturperiode, und dazu haben wir einen schwulen Außenminister! Da erzähle mir mal einer etwas von "der Gesellschaft". Ich gehe heute ganz normal im Rock einkaufen, zur Arbeit, ... und kaum jemanden interessiert es wirklich.

Gruß
Jürgen


4

06.01.2011, 21:17

Nachtrag: ein "weibliches" oder "männliches" Kleidungsstück ist für mich ein Kleidungsstück, dass die anatomischen Besonderheiten des jeweiligen Körperbaus besonders berücksichtigt. Damit ist für mich ein BH oder ein auf Busen gearbeitetes Oberteil ein weibliches Kleidungsstück, aber bestimmt kein Rock ... dann eher noch die Hose, denn da fehlt ein Bein um sie als Männerkleidung zu deklarieren!

5

23.01.2011, 01:42

Hallo Jürgen,

ich finde deine Art sehr interessant und freu mich das du auch hier dabei bist.

Ich liebe solchen Themen mit denen du schon länger kämpfst. Vor allem begreif ich nicht wer den nun die Regeln macht was Mann/Frau den tragen darf. Ich finde es ist alles erlaubt soviel freiheit sollte sich jeder einzel nehmen um selbst zu bestimmten was er trägt und nicht was die Gesellschaft bestimmt. :beer:


6

23.01.2011, 15:47

Hallo Styla,

danke für die nette Begrüßung.

Regeln? Wenn ich in unsere deutschen Gesetzestexte sehe, die diesbezüglich EU-weit zumindest sehr ähnlich sein dürften, dann kann ich nicht feststellen dass ich irgendeines meiner Kleidungsstücke nicht tragen dürfte. Im Gegenteil, sowohl im Grundgesetz als auch im Allgemeinen Gleichstellungsgesetz ist die Gleichberechtigung der Geschlechter eindeutig verankert. Lediglich für Politiker scheint das nicht zu gelten; wie sonst kann die aktuelle Diskussion entstehen, dass Bundestagsabgeordnete Krawatte tragen müssen – aber nur Männer!? „Ungeschriebenen Gesetze“ – danach kann ich mich erst richten, nachdem es Dir gelingt mich mit ungelegten Eiern zu sättigen!

Gesellschaft? Welche meinst Du? Je nach Umfeld ernte ich mehr oder weniger positive Resonanz, selten auch ablehnende. Aber eine homogene Meinung der Gesellschaft konnte ich in all den Jahren nicht erkennen. Bislang hörte ich immer nur Befürchtungen, was die anderen wohl denken könnten, aber nie hatte ich einen wirklichen Nachteil, nur Vorteile!

Gruß
Jürgen

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