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beatled

unregistriert

1

04.11.2014, 21:28

Französische Erziehung

Kulturell bedingt wurde ich französisch erzogen. Absolut autoritäre Mutter, die keinen Zweifel daran liess, was sie erwartete. Sie konnte jedoch auch zuhören. Und verständnisvoll sein. Sie liess jedoch keinen Zweifel, wer das Sagen hat.

Bei der Ernährung bedeutete es als Kind strikt drei Mahlzeiten (Morgen, Mittag, Abend). Am Mittag und Abend gab es als ersten Gang immer Salat oder Gemüse. Süsses (Dessert) nur am Abend. Eine Zwischenmahlzeit am Nachmittag gab es höchstens, wenn man besondere körperliche Leistungen vollbracht hatte oder weil das Nachtessen wegen Gästen spät eingeplant war. Und dann ein Senfbrot (dick geschnittene, frische knusprige Brotscheibe mit Senf bestrichen); nichts Süsses. Nie Mars Bars oder ähnliches.

Am Tisch musste ich immer von Allem essen. Ohne Ausnahme. Darauf achtete meine Mutter. Ich musste nicht vorgegebene Mengen essen, aber doch mindestens von allem probieren. Spezielle Kindermenüs gab es nie.

So ab sechs durfte ich mir so einmal pro Woche (meistens am Dienstag) ein Wunsch-Menü zusammenstellen. Und wie sah bei einem sechs oder sieben Jährigen sein Traum-Menü aus?
Bei mir war es Kalbskopf, Kutteln, Kalbsleber oder Kalbsgeschnetzeltes. Immer Reis. Im Winter Rosenkohl und Lauch, im Sommer Tomaten.

Ich bin meiner Mutter dankbar, dass sie mich so früh wie möglich in das Kochen und den täglichen Haushaltablauf einführte und mich aktiv integrierte. Als sechs jähriger wusch ich täglich das Morgengeschirr der gesamten Familie völlig allein ab.

Warme Speisen konnte ich mit gut acht mit Grundzutaten (kein Convenience Food) zubereiten.

Die französische Erziehungsmethode wirkt für euch vielleicht zu streng. Sie ist es aber nicht. Das Prinzip ist mehr, dem Kind von Anfang zu zeigen, was seine Rolle ist und den Weg zum Leben zu öffnen. Aber strenge Regeln.

Meine Schulen verfolgten dasselbe Rezept wie meine Mutter. Primär Latein, dann französisch und schliesslich deutsch und englisch. Natürlich viel Geschichte, das für mich spannendste Fach; als Jugendlicher wartete ich darauf, meinen anthroposophischen Prof mit meinen sozialistischen Ansichten zur Weissglut zu bringen. Mathematik oder naturwissenschaftliche Fächer nur wenig. Viel Musik, Zeichnen und Sport als Ausgleich. Latein, das der Schwerpunkt war, erfordert enorm viel Selbstdisziplin. Man taucht mit einer komplexen Sprache in eine historisch nicht mehr greifbare Welt ein. Wunderbar.

Der Vater spielt in der französischen Erziehung eine eher dekorative Rolle. Oder wie bei mir überhaupt keine. Er war zwar vorhanden und immer lieb, hat jedoch die Erziehung wohlweislich meiner selbstbewussten Mutter überlassen.

Ein Schwuler und Mode Addict wie ich braucht Selbstvertrauen. Und dieses hat mir meine Erziehung gegeben.


2

05.11.2014, 11:36

Interessante Einblicke in dein Inneres. Ich hatte keine frz. Erziehung aber auch eine sehr dominante Mutter.

Tim82

Styling Experte

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Beruf: kaufm.Angestellter

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3

05.11.2014, 17:32

Ja das kleine Latinum wie es hier in D heißt, habe ich auch gemacht in der Klasse 11-13. War schon was besonderes diese Sprache, weil eben eigentlich nur noch fiktiv. Aber es hat auch Spaß gebracht (14 Punkte durchgängig :blush: ) Dabei merkte ich, dass ich die franz. Sprache nun mit dem Wissen um Latein viel besser verstand und mir die Grammatik leichter fiel. Vllt. sollte man zuerst Latein und dann Französisch lernen. Aber hat man in der 7. Klasse dazu die notwendige Disziplin ?


beatled

unregistriert

4

05.11.2014, 19:21

Gut, französisch ist meine Muttersprache. Aber mit Latein fallen dir auch spanisch, portugiesisch oder italienisch viel leichter. Alle romanischen Sprachen. Französisch hat sich vom Latein recht weit entfernt. Ist jedoch eine klare romanische Sprache.

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Erziehung