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beatled

unregistriert

1

14.06.2012, 18:50

Genuss: Kaffee

Vor ungefähr einem Jahr hatte ich berichtet, dass ich auf das Nespresso-System umgestiegen bin. Am Anfang war ich begeistert davon. Und so habe ich es euch damals rüber gebracht. Mit der Zeit hatte sich meine Begeisterung gelegt. Der Kaffee ist zwar Klasse jedoch zu sehr dem Standard-Geschmack angepasst. Für mich wurde das System zu beengend, obwohl in der Zwischenzeit weitere Anbieter als Nestlé solche Kapseln offerieren.
Kaffee bedeutet für mich Vielfalt. Geschmackswelten und nicht gefälliger Einheitsbrei. Das ist für mich so wie mit dem Wein.
Seit kurzem bin ich also umgestiegen. Das System sollte in der Anwendung einfach wie Nespresso sein und Maschinen mit minimaler Standfläche (ähnlich Nespresso Pixie) anbieten. Trotzdem eine Kaffeevielfalt.
Kaffeevollautomaten kamen also nicht in Frage (zu gross), übliche Kolbenmaschinen zu kompliziert. So landete ich bei den E.S.E-Geräten. E.S.E. ist ein offener Standard für Kaffee-Pads. Die Standards (Grösse, Mahlfeinheit, Pressung, Papierdichte etc.) wurden und werden vom E.S.E-Konsortium in Mailand festgelegt. Danach kann sich jeder Kaffeeröster und Gerätehersteller richten. Also keine Patente, sondern für jeden Hersteller von Kaffee oder Kaffeemaschinen ein offener Standard.
Ich hatte mich bei der Kaffeemaschine für ein Einsteigermodell entschieden. Eine La Piccola, Modell „Piccola“. Mit La Piccola nennt sich schon der Hersteller „die Kleine“. Das Modell dann nochmals „Piccola“. Etwas absurd. Aber wer versteht Italien schon in voller Grösse?



Das Ding ist jedoch super einfach in der Bedienung und noch wartungsfreundlicher als eine Nespresso Pixie, die ich davor hatte.

Dazu die Kaffeevielfalt: Praktisch jeder Kaffeeröster in der Schweiz oder Italien bietet seine Produkte im E.S.E.-Format an. E.S.E. sind Pads von 44 mm Durchmesser. Das Zeug ist nicht immer als E.S.E. deklariert, weil nicht alle Herstellerfirmen im Konsortium Mitglied sind. Aufpassen: DIese Pads sind nicht mit den Senseo-Pads kompatibel.

Zur Zeit habe ich dreizehn Sorten von La Semeuse aus La Chaux-de-Fonds im Test. Das reicht vom typischen Schweizer Café Crème (kräftiger Geschmack, viel Koffein, Sorte „Mocca“) oder Espresso („Don Marco“) bis zu lieblicheren Mischungen wie „Il Piacere“. „Soleil lévant“ als sehr geschmacksvolle Bio-Variante (für Espresso oder Café crème). Echt schmecken tun mir jedoch die reinen Arabica-Kaffees mit Bohnen aus einem einzigen Ursprungsland. Der „Ethiopie“ (Äthiopien) hat sich bei mir bisher als absoluter Favorit platziert.

Da kann sich noch viel ändern. Ich bin am Beginn meiner Versuchsreihen. Und ich werde noch viele andere Röster ausprobieren. Enttäuschend waren bisher die Versuche mit Illy aus Trieste (in der Schweiz als Amici im Verkauf, nicht zu verwechseln mit dem Illy-Kaffee aus Thalwil/Schweiz). Für mich: Zu sauer, zu wenig Koffein, geschmacklich dürftig, resp. zu neutral / nichts sagend.

PS:
E.S.E. steht für Easy Serving Espresso.


focus

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24.06.2012, 21:26

Beatled, es gibt nur eines, eine richtige italienische Espressomaschine mit dem schweren, gusseisernen Kolben. Ist teuer, aber du wirst es nicht bereuen. Wir warteten auf unsere Machine ECM http://www.stalder-kaffee.ch/cs/index.ph…id=17&Itemid=71 damals über 14 Monaten, aber haben es bis jetzt nicht bereut. Dazu gehört natürlich eine Mühle mit Mahlscheibe, die sich nicht erhitzen. Als wir die Machine erhalten haben, kam zuerst der grosse Frust. Ich brauchte eine gute Woche bis der erste Espresso trinkbar war. Nach zwei Wochen hatte ich es einigermassen im Griff. Nun bin ich schon ein halber Baristo, nur das mit dem Cappuccino haut nicht so hin. Aber ich habe Glück, dass wir und unsere Gäste meistens so oder so nur Espresso trinken. Mittlerweile ist es ein richtiges Ritual und ich geniesse es jedesmal wieder einen zu machen.
Der Espresso wird nie so warm mit einem Vollautomaten, wie mit einer echten Espressomaschine, ohne den Kaffee zu verbrühen. Den Kaffee selber zu mahlen, bietet mir die Möglichkeit, durch den Mahlgrad, die Dosiermenge die richtige Stärke und Crema zu erzielen.

beatled

unregistriert

3

01.07.2012, 05:16

Es liegt mir fern, focus zu widersprechen. Jedoch ist nicht dasselbe Kaffeezubereitungssystem für jedermann und jede Anwendung das ideale.

Denken wir an eine mehrköpfige Wohngemeinschaft, wo jeder zu jeder Unzeit „schnell“ eine Tasse Kaffee schlürfen möchte. Oder an Familien mit zB Teenagern, die an ihren Hausaufgaben herum tüfteln und zwischendurch einen Schluck Kaffee benötigen; da kann ein Filterkaffee, abgefüllt in eine Thermosflasche, vielleicht die beste Lösung sein. Dies auch aus Kostengründen.

Nun, meine Lebenssituation ist eine andere. Ich bin Single und wohne seit einiger Zeit im eigenen, selbständigen Haushalt.

In der Wohngemeinschaft, in der ich vorher lebte, hatten wir eines der unsäglichen Monster von Kaffeeautomaten. Alles voll automatisch: Bohnen mahlen und Kaffeezubereitung auf Knopfdruck. Am Schluss hatte man ein gepresstes, ausgelaugtes, rundes Stück Kaffee als Abfall in einem Sammelbehälter. Je nach Wahl des Kaffees, war das Ergebnis akzeptabel. Die Maschine war eine DeLonghi, fragt mich nicht nach der Modellbezeichnung.

Kaffeemässig wollte ich mich in meiner neuen Lebenssituation umorientieren. Der Versuch mit Nespresso scheiterte. Nicht am System sondern am Kaffee. Obwohl dieser Kaffee im allgemeinen enorm beliebt ist, fand ich ihn auf die Dauer tot langweilig. Zu viel Koffein. Zu viel Säure. Geschmacklich uninteressant. Trotz verschiedenster Sorten ist Nespresso Einheitsgeschmack. Absoluter Standard. Keine Finessen.

Welche Überlegungen stellte ich also an, als ich mich entschloss, zu einem anderen Kaffeezubereitungssystem zu wechseln?
- Da ich leidenschaftlich gerne koche, brauche ich möglichst viel freie Fläche im Küchenbereich. Obwohl ich in einer Loft wohne, wo alles offen ist, möchte ich den Küchenbereich nicht unendlich in den Wohn- oder Arbeitsbereich ausdehnen. Also minimale Standfläche für die Kaffeemaschine.
- Ich wollte nicht mehr auf einen oder wenige Kaffeeanbieter / -röster angewiesen sein. Also weg von allen Kapselsystemen.
- Nicht übermässig viel Lärm bei der Kaffeezubereitung: Da ich üblicherweise sehr früh aufstehe, sollte eine laute Kaffeemühle nicht meine gesamte Umgebung aus dem Schlaf reissen.
- Die Kaffeezubereitung sollte einfach sein. Drei Minuten nachdem ich am Morgen mehr oder weniger verschlafen aus dem Bett geschlüpft bin, sollte meine erste Tasse Kaffee trinkbereit da stehen.
- Einfache Reinigung. Die Kaffeemaschine und ihre Bestandteile sollten innerhalb einer Minute gereinigt werden können. Kein mühseliges Ausklopfen / Entleeren eines Siebträgers nach jeder Tasse Kaffee.
- Ich habe zur Zeit keine Baristo-Ambitionen. Einen guten, schmackhaften Kaffee schätze ich trotzdem. Die Baristo-Ambitionen könnten noch kommen, wer weiss? Dann gäbe es eben eine Neuorientierung.
- Der Kaffeepreis ist sekundär. Darf auch hoch sein.

Nach all diesen Überlegungen bin ich beim E.S.E.-System als das vorläufig Richtige für mich gelandet.

E.S.E. ist ein offener Standard. Keine Patente, nichts. Quasi wie im Informatikbereich Unix oder Java. Der E.S.E.-Standard beschreibt, wie gross ein Kaffeepad sein soll, wie fein der Kaffee gemahlen sein soll, wie dicht er gepresst sein soll, welche Qualitäten das Papier haben soll etc..
Somit können Kaffeemaschinenhersteller optimal auf dieses Muster ausgelegte Maschinen entwickeln und jedem Kaffeeröster steht es frei, seinen Kaffee in dieser Form anzubieten.
Gerade für kleinere Anbieter ist dies eine tolle Sache (maschinen- wie rösterseitig). Man muss seine E.S.E-Produkte nicht registrieren lassen oder bei E.S.E Mitglied sein, um solche Produkte anzubieten. Ein echter Nischenmarkt für Familienunternehmen, Einsteiger oder sonstige kleine Unternehmen.
E.S.E. wurde in Italien geboren und das Konsortium ist noch heute in Mailand domiziliert. Entsprechend sind es bei Maschinenherstellern fast ausschliesslich italienische Betriebe, die solche Geräte im Angebot haben. Beim Kaffee sieht es anders aus. Zumindest in der Schweiz haben ganz viele kleinere Röstereien dieses Format im Angebot.

Folgt beim echten Kaffeegenuss besser nicht dem Massentrend. So wie in der Mode und der Beauty!

Trotzdem muss man bedenken: Echte Wahl hat man bei Kaffee nur, wenn man ihn in Bohnenform kauft und selbst mahlt.

Hier der Link zum E.S.E.-Konsortium:
http://www.eseconsortium.com/eng/index.php

PS: Versucht nicht E.S.E.-Pads in „normalen“ Siebträgermaschinen zu verwenden. Viele Hersteller liefern solche Einsätze für den Siebträger mit der Maschine mit. Ihr werdet vom Ergebnis enttäuscht sein. Für E.S.E.-Pads braucht es wirklich dafür spezialisierte Maschinen.


focus

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4

15.07.2012, 21:18

Der Versuch mit Nespresso scheiterte. Nicht am System sondern am Kaffee. Obwohl dieser Kaffee im allgemeinen enorm beliebt ist, fand ich ihn auf die Dauer tot langweilig.

Kann ich dir vollbeipflichten. Hast vielleicht noch keine Baristo Ambitionen und trotzdem setztest du dich stark mit der Kaffeezubereitung auseinander. Ich trinke morgen zuerst meinen frisch zubereiteten Tee. Sehr oft einen Grüntee, kann aber auch Kräutertee oder Gewürztee sein, je nach dem wie ich ich mich fühle. Meinen ersten Espresso kommt so um 08:30 - 09:00h, somit hat die Maschine auch Zeit sich richtig aufzuwärmen, mindestens 15 Minuten sind schon erforderlich. Natürlich werden due Tassen vor Gebrauch mit heissem Wasserdampf erhitzt. Ich hasse es, wenn der Espresso nicht heiss ist. Ok meine Ansprüche an den Espresso sind mittlerweile so hoch, dass ich selbst fürs Büro ein gleiche Maschine mit der dazu passenden Kaffeemühle kaufte. Interessant ist festzustellen, wie die Mitarbeiter nach kurzer Zeit selber Freude bekommen ihren eigenen Espresso zu brühen. Die kleinen Reinigungsarbeiten nehmen wir auf uns. Einmal in der Woche erfolgt, dann die Maschinenreinigung, weil die Kaffeebohnen fettig sind und entsprechende Rückstände hinterlassen. Aber der Aufwand lohnt sich.