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beatled

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1

04.08.2011, 18:59

Mut zum Styling. Seid euch!

Nachdem ich gestern einen Artikel von masculin.com kurz angeschnitten hatte, hier eine kurze Zusammenfassung. Ich hoffe, dieser Beitrag ist für euch nicht zu theoretisch. Ich versuche mich einfach zu fassen.

Auf masculin.com hat Didier vom Salon Extrême Coiffure in Bordeaux einige interessante Gedanken über die Frisurenwünsche seiner männlichen Klientel geäussert.

Früher sei es so gewesen, dass die Männer eine Frisur wünschten, die zu ihrem Gesicht und ihrer Kopfform passen sollte. Heute sei es jedoch so, dass die Frisur den modischen Lifestyle, in dem sie gerade lebten, reflektieren sollte.

Die Herausforderung für den Coiffeur: Er müsse herausfinden, welche Art von modischem Wesen der Kunde sei. Durch seine Bekleidung, die Accessoires (Schmuck, Uhr, Krawatte, Brille, Tasche etc.). So müsse er sich ein Gesamtbild des Kunden machen, um eine Frisur vorschlagen zu können. Die Kopfform und die Haarstruktur seien da nicht mehr entscheidend.

Man könne jedem Kopf eine dem Style des Trägers entsprechende Frisur verpassen. Und das sei heute die Kunst des Frisörs. Nicht mehr die Kopfform sei entscheidend sondern der „globale“ Look, den sich der Träger wünscht.

Er unterteilt die Frisurtypen in vier Kategorieren:
- Basique: Auf den Seiten recht kurz, mehr Volumen beim Deckhaar. Also sehr gewöhnlich. Für traditionelle Typen, die gepflegt aussehen und keinen Aufwand beim Styling betreiben wollen.
- Fashion: Grosses Haarvolumen mit langen Strähnen (= Pony, oder im Originaltext „frange ou mèche“). Hoffentlich das, das möglichst alle unsere Forumsteilnehmer tragen. Zumindest ist es mein Style.
- Ultra branché: Also sehr kurze Haare an den Seiten und das Deckhaar länger und möglicherweise aufgestellt. Sieht brav aus, jedoch für einen Fashion-Freak nicht das Richtige. Langweilig. Passt jedoch zu jedem Business-Outfit. Im Gegensatz zu „Basique“ muss man diesen Style täglich mit Stylingmitteln neu aufbauen.
- Ethnique: Diese Kategorie könnt ihr in Deutschland vergessen. Die vielen ehemals nordafrikanischen Leute, die heute in Frankreich leben, haben sich eine eigene Modekultur aufgebaut, die auch auf die „Ureinwohner“ des Landes abfärbt. Für Nicht-Franzosen eher uninteressant.

Die Quintessenz aus meinem Beitrag, resp. was ich euch sagen wollte: Heute spielt bei der Mode weniger die eigene Physiognomie die entscheidende Rolle sondern das Wunschdenken des Trägers. Dies nicht nur auf die Haarmode bezogen. Dasselbe gilt für die Bekleidung. Dies ist ein Ergebnis der mehr Ich-bezogenen Gesellschaft. Schlecht ist diese Tendenz keineswegs; es ist für viele Leute mit nicht allzu optimalen Voraussetzungen eine Befreiung.


focus

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2

16.04.2012, 22:12

He Beatled

das ist interessant, was du da beschreibst. Ich bin ziemlich erstaunt, dass dir bis jetzt niemand darauf geantwortet hat.
Der liebe Frisör vergisst all die Männer, welche nicht mit üppiger Haartracht gesegnet sind. Ich hoffe, dass ich deswegen nicht aus dem Forum ausgeschlossen werde?
Ich will nicht aufzeigen in welche Kategorie ich passen könnte. Ich frisiere mich mit meinen Haaren ohne Toupet und habe aber auch keine Lust meinen Kopf glatt rasieren zu lassen. Ist es nicht für viele die Kunst ein Mittelding zu finden, da zum Business Outfit passt wie auch zum Freizeitdress passt?
Aber so wie ich dich verstehe, ist "styling" nicht nur die Haartracht, sondern das Gesamtbild mit Kleidung und Accessoire. Ich trage zum Beispiel gerne Halstücher, im Winter Kashmir mit Seide und bei wärmeren Temperaturen nur Seide, und das im Business wie auch in der Freizeit, in bunten Farben mit modernem Design. Im Business sehr oft an Stelle einer Krawatte. Mit was ich mich im Business Outfit bis jetzt weniger anfreunden konnte, sind die sogenannten Einstecktücher, Pochette im Französischen.

focus

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3

20.08.2012, 21:19

Mut zum Styling. Seid euch!

Beatled du hast vor einem Jahr diesen Aufruf geschrieben. Ich habe gerade das Buch "Wie wollen wir Leben?" von Peter Bieri gelesen.
Kann ich bestens empfehlen, wer eine Antwort sucht zu den Fragen: Wer bin ich? Wie werde ich gesehen? Wie will ich gesehen werden?
Ich kann das Buch nur empfehlen, es ist eine fesselnde Analyse des Philosophen und Schriftstellers Peter Bieri alias Pascal Mercier,
der das wunderbare Buch «Nachtzug nach Lissabon» geschrieben hat. Das lese ich gerade zum zweiten Mal. Wobei lesen ist fast etwas
übertreiben, ich geniesse Abschnitt für Abschnitt. Das wird wohl einige Wochen dauern.


beatled

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4

28.08.2012, 19:19

Ich habe mir soeben beide der oben erwähnten Bücher bei amazon.de bestellt. Beide zusammen für EUR 21.48. Zumindest beim Bücherkauf fährt man mit einer Schweizer Zustelladresse preislich günstiger als EU-Bürger, wenn man sie direkt in Frankreich oder wie jetzt in Deutschland bestellt.
Mir kommt es jedoch auf den Inhalt an. Und um den bin ich gespannt. Irgendwie befürchte ich, dass man in einer Midlifecrisis stecken muss, dass sie einem ansprechen. Und das tue ich überhaupt nicht. Da ich jedoch ein Vielleser bin, spielen ein, zwei Bücher mehr keine Rolle. Sicherlich hätte ich schon gröbere Auswahlfehler gemacht. Ein Minimum an Vertrauen in die Empfehlung von focus habe ich. Was focus so schreibt, ist ja alles andere als abwegig.

beatled

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5

08.09.2012, 20:07

"Wie wollen wir leben" hatte ich kaum erhalten und schon war es verschlungen. Das Buch packt einem. In wunderbarem, klaren und einfachem Deutsch, wie man es heute selten zu lesen bekommt. Die Gedanken und Ideen werden in einer sprachlichen Transparenz sondergleichen formuliert.
Dazu sollte man wissen, dass es sich um drei Vorlesungen, die Bieri 2011 in Graz hielt, handelt. Also wählte er eine Sprache und Gedankengänge, dem ein Auditorium folgen kann. Und Bieri, Jahrgang 1944, geht gegen siebzig zu und war sein Leben lang im universitären Umfeld tätig. Dies merkt man am systematisch strengen Aufbau der Vorlesungsreihe. Ein absoluter didaktischer Profi, wenn man so will.
Andererseits geht Bieri mit seinem persönlichen Hintergrund von einem Menschenbild aus, das mir fremd ist. So eingeengt sah ich mein Leben nie, wie Bieri annimmt, dass es die Mitmenschen empfinden. Da spielt nicht nur der Faktor Alter mit sondern ebenso das soziale Umfeld, in dem man aufwuchs und lebt.
Ich habe euch ja schon in früheren Posts geschrieben, dass ich in einem eher Multikulti-Milieu gross geworden bin, mein schwul sein auch in der Jugend nicht verleugnete und dies die Umgebung zuliess. Auch Schminken etc. lag bereits in der Jugend drin. Und ich habe keine berufliche Laufbahn gewählt, die meine Persönlichkeit über Massen einschränkt. Letzteres ist nicht ganz unwichtig. Auf die Jahre gesehen möglicherweise gar entscheidend.
Nichts desto Trotz kann ich euch das Bändchen wärmstens empfehlen. Etwas kennen sollte man sich jedoch, dass es einem etwas sagt. Je besser man sich kennt, desto mehr wird es einem gefallen.
Es umfasst nur gerade gut 90 Seiten. Kostenpunkt 17 Euro. Also relativ teuer. Wer es deshalb lieber in einer Bibliothek ausleiht, hier die bibliografischen Angaben:
Bieri, Peter: Wie wollen wir leben?, St Pölten - Salzburg 2011, Residenz Verlag, ISBN 978 3 7017 1563 3 (www.residenzverlag.at).

Den Roman "Nachtzug nach Lissabon" habe ich noch nicht in Angriff genommen. Der muss noch etwas warten. Zuerst haben andere Bücher Priorität. Über diesen Roman habe ich die unterschiedlichsten Rezensionen gelesen. Unter anderem eben das mit der Midlifecrisis. Das Buch scheint sich jedoch gut zu verkaufen: Ich habe es in der 39. Auflage der Taschenbuchausgabe. Und dies seit 2006!
Der Roman ist unter dem Autorennamen Pascal Mercier erschienen. Auch hier die bibliografischen Angaben: Mercier, Pascal: Nachtzug nach Lissabon, Carl Hanser Verlag München Wien 2004; als Taschenbuch btb München 2006, ISBN 978 3 442 73436 8. Preis knapp 10 Euro, um 500 Seiten.

focus besten Dank für den Hinweis. Nur mit neuem Input kommt man im Leben weiter. Und es bereichert einem. Mit dem Geist ist es wie mit der Mode. Für mich gibt es da keinen Unterschied. Offenheit ist das A&O im Leben.


focus

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6

18.09.2012, 21:16

Je beatled, wenn du über Bücher schreibst, ich komme soeben aus dem Urlaub am Meer zurück. Schwimmen und lesen, war so unsere Hauptbeschäftigung neben dem Geniessen von gutem Essen und köstlichen Weinen.
Ich habe von Peter Bieri noch das Buch "Lea" gelesen. Hat mich jetzt nicht so gefesselt. Aber das Buch "Der Klavierstimmer" fand ich dann wiederum sehr spannend. Hier geht es um die Beziehung zwischen Geschwistern und Eltern. Das Ergebnis für mich daraus? Ich habe angefangen meine Gedanken zum Leben, von Vorkommnissen, etc. aufzuschreiben. Midlife-crisis? Ich weiss nicht, aber ich habe den Eindruck, es hilft mir bestimmte Lebensschwierigkeiten besser zu verarbeiten. Solche hat man doch ab und zu und das in jedem Alter, sofern man bewusst lebt, oder?
Und da ich ein Indien-Fan bin, las ich auch das Buch "Der grosse Regen" von Louis Bromfield, ein Klassiker aus den 50-er Jahren des letzten Jahrhunderts. Mich hat das Buch richtig fasziniert, aber vermutlich ist es eben auch, weil ich von Indien und den Leuten und deren Lebenseinstellung begeistert bin.

beatled

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7

29.09.2012, 15:29

In der Zwischenzeit habe ich Merciers (Bieris) Roman "Nachtzug nach Lissabon" gelesen. Und ich muss leider sagen, dass ich vom Werk nicht überzeugt bin. Weder von der Dramaturgie, noch vom Inhalt, resp. dessen Botschaft (Aussage).
Kann natürlich auch sein, dass ich es in der falschen Lebensphase gelesen habe.
Es gibt zwar wunderbare Passagen, die ich mehrmals las, weil sie so schön sind, andererseits dreht sich der Autor geistig häufig im Kreis. Indem man sich wiederholt, wird ein Gedanke nicht überzeugender.
Es ist ein sehr persönliches Buch. Der Autor entblösst sich zu einem guten Teil.


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8

29.09.2012, 20:26

das mag wohl sein, dass es abhängig der Lebensphase ist. was meinst du mit dieser Aussage "Der Autor entblösst sich zu einem guten Teil."?
Glaubst du, dass Bieri ein Brillenträger ist? Gymilehrer war?
Ich finde, dass es sehr schöne Formulierungen hat, oder eben wie er sagt "Goldschmied der Worte". Ich geniesse es, und lese nun das Buch zum zweiten Mal

beatled

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9

30.09.2012, 10:58

Ich hatte weniger an Äusserlichkeiten gedacht als an charakterliche, geistige Eigenschaften.

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