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beatled

unregistriert

1

10.06.2011, 20:00

Pfingsten

Während andere die Pfingstferien geniessen, bedeutet es für mich dieses Jahr Arbeit. Samstag, Sonntag und vielleicht noch Pfingstmontag. Vor allem Nachtarbeit. Neueinführung unserer Software bei vier Banken. Verbringe meine Zeit in Bern. Hoffentlich kein zu schlimmes Hotelzimmer. Wenn ich mich über diese Tage hier nicht melde, dann wisst ihr jetzt wieso.


2

10.06.2011, 21:55

Tut mir leid für dich, dass du zu dieser Zeit arbeiten musst. Wie kann man sich deine Arbeit dort vorstellen? Installierst du in erster Linie eure Software bei den Banken? Oder präsentierst du das Produkt? Und was mich interessieren würde, wie reagieren die Schlipsträger in den Banken auf dich, beziehungsweise wie gibst du dich bei einer derart wichtigen Arbeitszeit?

Liebe Grüße und viel Erfolg.

beatled

unregistriert

3

14.06.2011, 17:11

Die Software-Industrie mag ja schon eine Welt für sich sein: Produktpräsentationen werden jedoch selbst in diesem Umfeld nicht auf Pfingstmorgen 02:00 Uhr angesetzt.

Mit Neueinführung meinte ich den Austausch der gesamten zentralen Informatikinfrastruktur eines Bankbetriebs (oder wie im obigen Beispiel von vieren). An einem solchen Wochenende wird also das alte System offline gesetzt, die Daten abgesaugt, mittels komplizierter Migrationsalgorithmen für den Import im neuen System aufbereitet und dort eingespielt. Im Verlaufe des gestrigen Nachmittags konnte das neue System schrittweise gegen Aussen geöffnet, so dass beispielsweise die Geldautomaten und das Internetbanking den Kunden wieder zur Verfügung standen.

Heute Morgen trafen die Bankmitarbeiter eine total neue Software und geänderte Arbeitsabläufe an. Ganz reibungslos verläuft eine solche Umstellung natürlich nie.

Die Bankkunden spüren es natürlich auch: Neues Internetbanking (neue Autorisierungsabläufe, neue Oberfläche, andere Funktionen). Andere Belege (Kontoauszug etc.). Eventuell neue Konto- resp. Depotnummern und damit Maestrokarten. Und und und.

Deshalb finden solche Umstellungen primär an verlängerten Wochenenden statt. Dann muss die Bank keinen Arbeitstag die Türen für die Kunden geschlossen halten.

Die Vorbereitung für eine solche Umstellung dauert Monate, teilweise deutlich über ein Jahr intensivster Arbeit Dutzender von Leuten. Da muss unsere Software für die Bedürfnisse des Kunden parametriert und getestet werden. Dafür gibt es spezialisierte Unternehmen. Die Bankmitarbeiter natürlich geschult.

Meine Funktion gestern vor Ort? Eigentlich keine. Die Firma, die diese Einführung vornahm, fühlte sich einfach sicherer, wenn ich vor Ort war, wenn die ersten Bilanzen gezogen wurden. Denn in diesen kommt die Wahrheit zu Tage: Wurde alles korrekt migriert und bilanzmässig parametriert.
Irgendwie bin ich ein Maskottchen für diese Firma (sie ist nicht die einzige). Denn sie fordern immer explizit mich an. Ich mag ja schon ein netter Typ sein, die Software gut kennen, verliere in Krisen nicht so schnell die Nerven (solche gab es bei solchen Übungen auch schon) und da steht viel auf dem Spiel. Da geht es um Millionen. Also so quasi als kleine Notversicherung war ich dort. Zudem: Die Rechnung, die meine Firma stellen wird, erhält nicht die Firma, die die Einführung durchgeführt und mich angefordert hat, sondern die Banken, die die Software eingeführt haben.

Nun doch noch zum Styling. Um das sollte es ja hier eigentlich gehen. Was trägt man zu einer solchen Übung? Möglichst bequem. Da läuft nicht immer alles planungsgemäss ab. Was um sagen wir 13:00 Uhr hätte gemäss Planung stattfinden sollen, findet vielleicht erst um 16:00 Uhr statt. Das Umgekehrte gibt es natürlich auch: Man ist früher dran als die Planung und da will man auch keine Zeit verlieren. Vielleicht kriselt es ja mal später. Um jede Zeitreserve ist man heilfroh. Es kann also sein, dass aus einem geplanten 5 Stunden Einsatz 20, 30 oder mehr Stunden werden. Und dies ohne Schlaf und Duschen.

Gestern trug ich: Knallgelbe Converse (tiefe), gut sitzende Denims (keine Skinnys aber trotzdem sexy; sie mussten primär bequem sein und dies auch wenn man schwitzt), breiter weisser Ledergürtel, kurz geschnittenes weisses Hemd (Langarm, Ärmel weit aufgekrempelt und vorne die drei obersten Knöpfe offen). Das kurze Hemd natürlich über dem Gürtel. Den üblichen Schmuck, also viel. In dem Sinn nicht viel anderes als sonst ins Büro. Die Jeans ausgenommen. Und ein wesentlicher Unterschied zum Alltag: Kein Make-up oder Schminke. Wieso? Wie oben beschrieben, kann ein solcher Einsatz unerwartete Längen annehmen. Zudem ist es in diesen improvisierten mit Comps vollgestopften Räumen immer enorm heiss. Nie unter dreissig Grad. Deshalb hatte ich im Gepäck statt Schminke drei Ersatzhemden; für Krisenfälle die bessere Variante als Schminke.

Die Gefahr, dass man einem Schlipsträger begegnet, besteht nicht: Auch die Bankangestellten treten an solchen Tagen légère auf. Zudem kommandiert man für die Datenerfassung zu diesen Unzeiten primär die jungen Unverheirateten und Lehrlinge ab. Und die befolgen diese Tenue-Richtlinie noch so gerne.