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beatled

unregistriert

1

03.04.2011, 20:04

Zwischenmenschliche Kleinigkeiten

Gestern und heute bin ich etwas gefesselt. Eine neue Bank wird dieses Wochenende auf die Platform unserer Software migriert. Wenn man nicht selbst vor Ort sein muss, ist es noch schlimmer. Man weiss nicht, welche Probleme bestehen und wie der Stand ist. Und trotzdem muss man allzeit bereit sein. Keine auswärtigen Vergnügen. Selbst beim Duschen ist das Handy dabei. Und diese Bank wird auf eine Datenbank migriert, auf der bereits mehr als zwanzig Banken produktiv sind. Eine sehr heikle Sache.

Umso mehr hat es mich gefreut, dass Stefi (ein ehemaliger Ex-Lover von mir) mich gestern Abend via SMS auf die Live-Übertragung von Gaetano Donizettis Anna Bolena aus München auf B4 aufmerksam gemacht hat.

Er weiss, dass ich Donizetti und seine Opern liebe, jedoch normalerweise am Radio France Musique höre, wenn ich zu Hause bin. Bayern 4 Klassik gehört nicht zu meinen Standardprogrammen.

Mir als Opernfreund hat es den Abend gerettet. Wenn man wegen des Piketts auf Hochstress ist, ist dies die ideale Ablenkung. Die Nerven lockern sich und man fühlt sich auf einem anderen Planeten.

Falls sich hier jemand für die Oper interessieren sollte: Die beste Aufnahme von Anna Bolena finde ich immer noch diejenige mit Maria Callas (ich bin Callas-Fan!) aus dem Jahre 1957. Liveaufnahme aus der Scala. Dirigent Gianandrea Gavazzeni. Aufgenommen und publiziert von EMI.

Ich kann mich mit der Opernwelt und ihrer Musik völlig verschmelzen. Ich weiss nicht, ob ihr das verstehen könnt. Bin einfach hin und weg. Ihr bevorzugt vielleicht andere Theaterformen oder Musik, die euch in den Himmel hieven. Bei mir ist es eindeutig die Opernwelt.

Am schönsten ist es natürlich, wenn man direkt im Saal sitzt. Basel hat zum Glück ein sehr modernes Theater. Da erscheine ich als Besucher immer in Jeans. Passt zu dem, was auf der Bühne geboten wird. Häufig echt gute, mutige Inszenierungen. Die moderne Architektur des Hauses ist top, sofern man nichts gegen Beton hat. Das Orchester ist absolute Spitze.

In Basel geht man ins Theater, weil man Freude daran hat. In Zürich gehen viele Leute aus gesellschaftlichen Gründen in die Oper. Völlig andere Atmosphäre in Zürich: Leute, die sich zeigen wollen, darunter auffallend viele Süddeutsche. Und Zürich liegt ja nicht direkt an der Grenze zu Deutschland wie Basel. Kleidung natürlich entsprechend zum Vergessen. Doofer Jahrmarkt in Zürich. Hat nichts mit Vergnügen und Leben zu tun. Die Eintrittspreise sind entsprechend hoch. Hauptsache, ein sogenanntes Sternchen steht auf der Bühne. Inszenierung und Orchester sind nebensächlich. Zürich ist für eine gewisse Gesellschaftsschicht eine Präsentationsplattform. Selbst wenn sie Theater gar nicht echt lieben.

Das Theater Basel wurde übrigens 2010 zum zweiten Mal in Folge zum Opernhaus des Jahres ausgezeichnet (Fachzeitschrift Opernwelt, Berlin).

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Mein Ex-Liebhaber Stefi hatte mir gestern den Abend gerettet. Bei Anna Bolena wurde ich endlich locker und ich konnte irgend mal einschlafen. In dem Sinn geht nichts über Freunde, die an so kleine Dinge denken, wie einem auf einen Opernabend auf B4 Klassik aufmerksam zu machen. Das Leben besteht aus so Kleinigkeiten.

Vergesst in eurem Leben nie so Kleinigkeiten gegenüber Mitmenschen. Es kostet euch wenig. Eure Freunde, Bekannten oder Verwandten werden es euch nie vergessen. Der Dank wird in irgendeiner Form auf euch zurückkommen. Das Leben ist ein Geben und Nehmen.


2

03.04.2011, 20:27

Ich finde es vor allem beachtlich, dass es auch noch Leute gibt, die sich mit ihren Ex-Lovern oder -innen gut verstehen. Das sieht man auch nicht alle Tage.

Andererseits muss man dafür erwarten können, dass sich beide Parteien wie zivilisierte Menschen benehmen können. Das findet man nicht gerade dutzendweise auf der Straße. Freut mich jedenfalls für dich!

beatled

unregistriert

3

04.04.2011, 19:54

Ich gehöre zu den Leuten, die sich weniger zerstreiten. Bei Stefi hat sich die Liebesbeziehung nach vielen Jahren einfach ausgelebt. Stefi hatte sexuelle Bedürfnisse entwickelt, die ich ihm nicht geben konnte oder wollte. Deshalb muss man sich ja nicht Feind sein. Er ist immer noch ein intimer Freund von mir.

Bei Davy waren es äussere Umstände und seine Angst vor einer wirklichen Beziehung. Er hat sich einfach ins Wallis zurückgezogen. Zugegebenermassen nicht ganz freiwillig. Aber er hatte Angst vor einer wirklichen Beziehung. Sollte ich ihm dafür böse sein? Jeder muss selber wissen, wie weit er gehen will. Das ist seine Entscheidung, die man respektieren muss.

Michele, mein jetziger Liebhaber hat ähnliche Erfahrungen hinter sich wie ich. Wir haben beide eine eigene Wohnung behalten und wir wissen warum. Etwas mehr individueller Spielraum und Rückzugsmöglichkeiten sind für uns beide wichtig geworden. Dies hat nichts mit mangelnder Liebe zueinander zu tun, wir haben beide im Leben durch unsere Erfahrungen dazugelernt. Kann ja sein, dass es irgend mal anders kommt. Aber zur Zeit ist es so am besten.