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beatled

unregistriert

1

01.05.2010, 20:08

Eewigi Liebi

Dies ist seit Jahren ein Gassenhauer in der Schweiz. Und ihr werdet es wohl verstanden haben: Ewige Liebe.
Glaubt ihr daran?
Ich definitiv nicht. Ich bin kein Teenie mehr. Ich hatte schon eine langjährige Beziehung. Aber nach ein paar Jahren ist der Sex nicht mehr dasselbe wie am Anfang. Alles wird zur Gewohnheit und Routine. Am Schluss ist man nur noch nett zueinander. Und dann ist es Zeit, sich zu trennen.
Schreibe das nicht nur aus meinen eigenen Erfahrungen. Meine Eltern waren, seit ich mich erinnern kann, das perfekte Paar. Aber meine Mutter erwachte nach dem Tod meines Vaters vor ein paar Jahren wieder zu neuem Leben auf.
Ewige Liebe gibt es aus meiner Sicht nicht. Man muss sich ja nicht zerstreiten, das wäre eher primitiv. Aber die echte Liebe ist zeitlich begrenzt. Der Mensch ist nicht dazu gemacht, über 50 oder noch mehr Jahre sich auf einen Partner zu beschränken. Da passiert einfach zu viel im Leben und die Interessen / Bedürfnisse ändern sich.
Ich glaube, da sollte man ehrlich zu sich sein.
Was denkt ihr: Gibt es die „eewigi Liebi“?


2

07.05.2010, 19:41

Ich glaube an die wahre Liebe und daher auch an die ewige Liebe / Beziehung / Partnerschaft.

Solche Nutzbeziehung oder Hauptsache einen Partner an seiner Seite haben, bringt nichts, man ist nur zeitlich glücklich und man findet die wahre Zufriedenheit/ Ausgeglichenheit nicht.

Meiner Meinung nach kann man sich nur einige Male sich wahrhaftig verlieben. Einen Menschen richtig Lieben und das geht maximal 3mal.
Alles andre ist gelogen oder Verliebtheit bzw. jemanden toll finden aber keine wahre Liebe.
Diese Hingabe und Aufopferung hat man nur sehr selten im Leben und man würde alles für den Partner tun, daher glaube ich an die Ehe bzw. Lebenspartnerschaft.
Zweitens dieser extrem emotionale Aspekt empfindet man sehr selten. Irgendwann ist man so abgetupft, dass man nicht mehr so richtig Lieben kann von ganzen Herzen und mit einen zusammen ist aber nicht so 100% hinter der Person steht wie es mal früher war.


Heutzutage verwechseln viele diese Unterschiede und daher geht das auch schnell kaputt.
Jemanden toll finden und sich mit dem verstehen ist ein Unterschied hat nichts mit Liebe zu tun. Finde es auch lächerlich, wenn einige sich kennenlernen und direkt von Liebe sprechen.
Dafür muss man die Person näher kennenlernen kein Sex sonder einige Gespräche führen und einige mit Sinn.
Charakter erkennen und ob die Lebenseinstellung stimmt ...ob man das gleichen im Leben möchte..vielleicht Familie Kinder etc.



Finde Sex mit abwechselnden Partner mittlerweile langweilig.
Viel schöner ist es eine Personen neben sich liegen zu haben, wo die reine Anwesenheit einen glücklich macht und sich gegenseitig zum Strahlen bringt.
Sex mit den gleichen Partner ist auch nach Jahren schön, wenn es kreativ ist und gegenseitig aufeinander eingeht.

Es gibt solche und solche Menschen. Beide müssen das gleiche wollen. Einige sind so nutzen jede Gelegenheit und andre suche nach den einen Partner und setzten andre Prioritäten als nur Spaß und Sex. Möchten das Gesamtpaket.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ABLETOLOVE« (07.05.2010, 21:03)


beatled

unregistriert

3

08.05.2010, 14:12

AbleToLove, hattest du je eine langjährige, feste Beziehung (also mehr als die ersten sieben berüchtigten Jahre)? Kannst du aus Erfahrung sprechen oder sind deine Gedanken mehr Wunschdenken?

Ich kann dich irgendwie verstehen: Du möchtest eine(n) Traumpartner(in) fürs Leben. Wer will das nicht?

Entspricht dies jedoch der Realität? Wie viele Partnerschaften sind nach zehn oder zwanzig Jahren noch wirklich lebendig?

Ich würde nie eine Ehe mit Kindern eingehen. Davor hätte ich panische Angst. Könnte ich die Verantwortung für die Kinder, ihre Erziehung und spätere Ausbildung übernehmen? Könnte ich ihnen das Beste geben? Und würde ich selber darunter nicht kaputt gehen, weil ich nur für die Familie da wäre? Meine eigenen Bedürfnisse auf 0 zurückschrauben? Wie viel persönliche Freiheit braucht man, dass man glücklich ist?

Das sind Fragen, die man sich überlegen muss, bevor man sich aufs Glatteis bewegt.

Da ich schwul bin, stellen sich mir diese Fragen zum Glück in dieser Form nicht.

Man kann viel von seiner eigenen Familie lernen, in der man aufgewachsen ist. Möglicherweise auch von den Grosseltern. Da sind grössere Zeithorizonte vorhanden als bei uns selber.
Das Verhältnis zu meiner Mutter ist sehr intim. Seit dem Tod meines Vaters noch stärker und offener. Da erfährt man schon einiges, wie das Leben in einer mehr als dreissig jährigen Beziehung spielt. Obwohl meine Eltern nach aussen und gegenüber uns Kindern immer ein perfektes Paar waren und keine ernsthaften Krisen kannten. Das Zweckdenken war in jenen Generationen dominant.

Die Literatur ist ebenfalls ergiebige Quelle über das Leben und die Liebe. Ist natürlich nicht wirkliches Leben. Aber intellektuell kann man es erfassen. Ethnologische oder historische Bücher drängen sich da auf. Ein populäres Buch stammt von Emmanuel LeRoy Ladurie, 1975 in Paris erschienen: Montaillou, village occitan de 1294 à 1324 (deutsche Übersetzung: Montaillou - Ein Dorf vor dem Inquisitor 1294 bis 1324, Ullstein, Berlin 2000). Es beschreibt und dokumentiert die Inquisition in jenen Jahren im kleinen Dorf Montaillou in Südwestfrankreich. Jene abgelegenen Gegenden waren lange resistent gegen die Christianisierung. Und sie lebten ihr „freies“ Leben. Gibt viel Einblick in die „natürliche“ Lebensweise der damaligen Bewohner und die Doktrin, die die Kirche der europäischen Gesellschaft aufgezwungen hat, welche unsere Lebensvorstellung bis heute weithin prägt.

Man muss jedoch nicht in halb-wissenschaftliche Literatur abdriften. Im 19. Jahrhundert war dieses Thema in den europäischen Romanen zentral. Ich denke da an Flaubert, Balzac und Maupassant und viele andere (auch englische Schriftsteller wie D. H. Lawrence). Im letzten Jahrhundert hat dies Simenon in Dutzenden von Romanen ganz nebenbei auf den Punkt gebracht. Er beschreibt nicht, wie man untreu werden kann, sondern wie die Treue und Perspektivlosigkeit die Leute kaputt macht.

Wie gesagt, ich glaube nicht an die ewige Liebe, Zweckgemeinschaft kann je nach Situation Sinn machen. Für mich persönlich jedoch besser nicht. Ich liebe meine Freiheit und bin froh, dass ich nicht vor 50 oder mehr Jahren gelebt habe. Damals wäre es mir beschissen ergangen und ich hätte mich wohl oder übel anpassen müssen.

Ich denke, man sollte immer ehrlich zu sich bleiben. Hat sich eine Beziehung tot gefahren, ist beiden Partnern gedient, wenn man sich trennt. Trennung muss nicht Zoff bedeuten. Sich regelmässig wieder treffen, kann man sich ja auch. Ist dann eben auf einer anderen Ebene. Etwas intimer, wie man anderen Freunden begegnet. Sollte man gemeinsame Kinder haben, wird das natürlich schwierig bis unmöglich. Kinder und Jugendliche sollten immer vor den eigenen Bedürfnissen Vortritt haben. Dies ist meine Meinung. Wenn man sich zu Kindern entscheidet, sollte man zumindest die Jahre, wo sie die Eltern brauchen, dahinter stehen. Und das sind mindestens zwanzig Jahre, wenn man das Leben der Jugendlichen nicht durcheinander bringen will.

Dass sich persönliche Bedürfnisse, Einstellungen etc. im Laufe der Jahre verändern, liegt in der Natur des Menschen. Deshalb ist die Vorstellung von ewiger Bindung ausschliesslich an einen einzigen Menschen für mich unrealistisch.

Dies soll jetzt kein Plädoyer dafür sein, dass man sich auf jedes Flittchen einlässt, wo man weiss, dass es einen spätestens nach einem Monat anöden wird. Ich möchte einfach ausdrücken, dass eine Liebesbeziehung endlichen Charakter hat.


4

14.05.2010, 15:35

Man muss für sich entscheiden. Bedürfnisse? Verantwortung? etc.

Wenn man einen Patner hat den man über alles liebt, dann steckt man auch ein und sollte Prioritäten setzen.
Man sollte über alles offen reden und auf die Bedürfnisse eingehen. Ist ein geben und nehmen.
Halt der Charakter muss stimmen. Jemand der nur seine eignen Bedürfnisse befriedigen möchte, der eignet sich nicht dafür, sollte auch nur von Verliebtheit sprechen und nicht von Liebe.
Das ist das normalste auf der Welt, dass wenn man jemanden liebt mit der Person Kinder haben möchte und zusammen was aufbauen.
Priorität ist die Familie, Frau Kinder. Genauso der Alltag wird auch nicht zu gewohnheit wenn man sich bemüht bzw. auf den Partner eingeht.
Klar ist es nicht so extrem aufregend, aber man macht sich gegenseitig glücklich mit den kleinen Dingen und zeigt immer aufs neue seine Zuneigung.
Das wichtigste ist dieses Gefühl ...der Partner ist bei einen und man ist glücklich zufrieden ausgeglichen und man weiß jemand ist bei dir mit den man überalles reden kann und der dich versteht und nur das beste für dich will. Mit der Bildung der Kind, man versucht sein bestes und zeigt Ihnen den Weg und versucht Ihnen das beste vorzuleben weil Kinder nehmen sich ein Beispiel an Ihren Eltern.
Zum Thema Freunde etc. die kommen erst an zweiter Stelle.
Die meisten gehen auf Ihren Partner nicht ein oder reden nicht mit einander sonder mit Freunden etc.
Das ist definitv nicht ok....die Partnerschaft sit das wichtigste dann kommt erst der Rest.......

Zum Thema Aussehen Sex etc. es einfach realstisch gesehen das der Partner nicht gerade der schönst reichste und beste im Bett ist oder sein wird.
Es kommt auf die Kombination an. Aussehen ist ein wichtiger Aspekt sollte schon einen gefallen aber wichtiger ist der Charakter und die Art wie die Person zu dir steht und wie die mit Problemen umgeht. Geld sollte bei der Liebe keine Rolle spielen, wär andrer Meinung ist sollte lieber zum Arzt gehen. Es erleichtet das Leben aber mehr nicht und Glücklich macht es auch nicht. Sex ist am schönsten wenn man den Partner liebt und wenn was nicht passt sollte man sich bemühen oder selbst die Zügel in die Hand nehmen.

So......

beatled

unregistriert

5

15.05.2010, 14:22

Meine Arbeitskollegen, die sich für Kinder und in der Folge für die Heirat entscheiden, sind so zwischen 35 und Mitte 40. Jüngere kenne ich keine. Persönlich finde ich das zu spät. Aber das Leben ist heute so komplex, dass jeder bis vor Torschluss wartet. Ob das so besser raus kommt, weiss ich nicht. Das kannst du mich in 20 Jahren wieder fragen, wenn wahrscheinlich die Hälfte auch dieser lang überlegten Ehen wieder geschieden sein werden. Und selbst diejenigen, die nicht geschieden sein werden, werden sie glücklich und zufrieden mit ihrem Leben sein?

Ich gebe zu, dass mein Arbeitsumfeld nicht ganz repräsentativ ist. Eher kompliziertere Leute, um es nett auszudrücken. Und privat verkehre ich weitgehend unter Schwulen. Die Personen, die meine wirklichen Freunde sind, sind alle schwul. Verkehre aber auch gerne und häufig unter Frauen darunter auch Lesben. Aber meine wahren Freunde sind alles Männer.

Ich bin froh, dass sich mir persönlich solche Fragen nicht stellen. Habe ganz ehrlich auch kein Bedürfnis danach, in einer konventionellen Familie zu leben. Wäre ein Albtraum für mich.

Mir erscheinen deine Zeilen ein bisschen wie bei Werther: Unerfahren, aber ich will. Du weisst sicherlich, wie Goethes Werther geendet hat. Werthers Ende ist natürlich literarisch dramatisiert. Etwas mitnehmen kann man trotzdem vom Roman.


6

19.08.2010, 13:55

Früher habe ich nicht daran geglaubt. Ich hiel es für Quatsch, und dann habe ich in einem Pflegeheim gearbeitet. Dort war eine Dame, die ich zu betreuen hatte, die an Demenz leidete. Ihr Mann besuchte sie jeden zweiten Tag. Ich dachte immer, der arme Mann, besucht eine frau, die sich nciht an ihn erinnert. Aber falsch gedacht. Frau M. vergaß wirklich alles, manchmal sogar ihren Namen, aber ihren Ehemann vergaß sie nie. Ihre Liebe war so tief, dass sie die Krankheit in dem Punkt besiegte. Das hat mich wirklich erstaunt.
Und seit dem Zeitpunkt glaube ich wirklich, dass es die eine, wahre Liebe gibt.
Vielleicht findet sie nich jeder, aber sie existiert.

beatled

unregistriert

7

24.04.2011, 19:00

Ich will mich nicht unbeliebt machen. Es folgt etwas viel Text. Das Thema Liebe ist für mich persönlich jedoch ein Dauerbrenner. Ich bin ein Liebe suchender Mensch. Das seid ihr wohl auch. Manchmal bin ich in Harmonie mit der Welt, dann wieder schwieriger. Ich bin sehr emotional. Man wirft mich schnell aus der Bahn.

Ihr habt euch vielleicht schon gefragt, wie ein schwuler Mann wie ich funktioniert, wenn es um Beziehungen geht.

Als erstes muss ich festhalten: Ich bin kein sexgieriges Biest. Es kann schon mal vorkommen, dass ich ganz bewusst, einen One-Night-Stand mitmache. Einfach weil ich Lust dazu habe und sich die Gelegenheit dazu bietet.

Solche Zwischenspiele kann ich jedoch klar von Liebe trennen. Es hat nämlich rein und gar nichts mit Liebe zu tun. Etwas Spiel im Leben schadet jedoch niemandem. Man muss es nur einordnen können.

Eigentlich bin ich sehr monogam, wenn wir von oben beschriebenen Zwischenspielchen absehen. Ich bin natürlich zu anderen Männern in der Community gerne sehr nett. Auch diese Nettigkeit, die sich durchaus physisch durch Küsschen, Knutschen, Betatschen und so äussern kann, hat nichts mit Liebe zu tun. Gehört meines Erachtens einfach zum Spiel und macht Spass. Wer hat nicht gerne körperlichen Kontakt mit anderen Menschen?

Zu meinen Liebhabern bin ich immer sehr spontan gekommen. Bis auf Stefi habe ich alle auf offener Strasse kennengelernt. Ich will nicht sagen, Liebe auf den ersten Blick, aber doch ganz klar, das ist ein Typ, der mich wahnsinnig fasziniert und ich unter irgendeinem Vorwand ansprechen muss.

Ich darf euch versichern: Intuitive Reaktion ist zuverlässiger als fünfhundert Mal überlegen.

Was jedoch genau in mir abläuft, wenn ich einen neuen Liebhaber erobern will, kann ich euch nicht sagen. Voraussetzung ist natürlich, dass man überhaupt auf der Suche ist. Und das ist ja nicht der Normalfall.

Der erste entscheidende, flüchtige Eindruck muss sicherlich sein, dass er modisch und gestylt aussieht. Dadurch schaue ich einen Typen erst richtig an. Die Frisur ist bei mir enorm wichtig. Die bemerke ich, ohne einen Menschen überhaupt richtig angesehen zu haben. Wenn die stimmt, schaue ich weiter.

Wenn ich auf Partnersuche bin, bin ich hyperaktiv. Natürlich ist in dieser Situation nicht jeder Typ, den ich an baggere der nächste Liebhaber. Aber ich bin relativ treffsicher. Brauche selten fünf oder mehr Anläufe bis ich mich echt verlieben kann.Und ich merke innerhalb einer Viertelstunde, ob der Typ für mich etwas taugt oder nicht. Beim Erfassen solcher Eckwerte bin ich schnell.

Dazu muss es natürlich auch beim Partner stimmen. Ein Typ kann mir zwar gefallen, das heisst noch lange nicht, dass ich ihm gefalle. Obwohl diese Konstellation bisher noch nie eingetroffen ist. Damit rechnen muss man jedoch.

Wenn ich jedoch einen Mann als Freund in mein Herz geschlossen habe, bin ich ein wirklich zuverlässiger Partner. Sei es in Alltagsdingen, die in einer Partnerschaft enorm wichtig sind, wie im sexuellen Verhalten. Ich bin selber sehr sensibel; einen Menschen, den ich liebe, bewusst verletzen, wäre quasi eine Todsünde für mich.

Wenn man eine langjährige Beziehung betrachtet, muss man bedenken, dass sich jeder Mensch entwickelt und verändert. Gerade bei jüngeren Leuten.

Ich denke da mal an Stefi. Mein erster Liebhaber. Wir hatten uns als sehr junge Burschen in einander verliebt. Er war sehr sensibel und feminin. Das passte zu mir. Mit zunehmendem Alter wurde er immer maskuliner. Sein Verhalten änderte sich. Ebenso seine sexuellen Bedürfnisse. Als er in Sachen Sex zu mir zu grob wurde, sagte ich ihm dies klar. Er akzeptierte es. Damit war jedoch das Ende der engen Partnerschaft beschlossen. Er begann seine neue Art Sex ausser Haus zu suchen. Ist klar, dass somit unser eigentliches Liebesverhältnis irgend mal endete. Nicht im Streit aber aus Einsicht. Man verbaute sich am Schluss gegenseitig nur noch das Leben.
Trotzdem ist Stefi noch heute einer meiner intimsten Freunde. Trennung muss nicht Zoff bedeuten. Man kann sich auch zivilisiert trennen.

Mit Michele ist es das erste Mal etwas anders. Ich bin über dreissig und er knapp darunter. Beide sind wir erfahrene Kinder. Sind also etwas vorsichtiger geworden. Haben unsere eigenen Wohnungen behalten. Dies sagt nichts über die Gefühle, die wir einander gegenüber empfinden, aus. Das Verhalten ändert sich mit höherem Alter. Man pokert nicht mehr so schnell alles auf einmal. Man lernt. Behält eine gewisse Selbständigkeit. Im Alltag und allem. Liebesbeziehungen sind endlich.

Ich muss jedoch deutlich sagen: Männer sind keine Schweine, obwohl das gerne so dargestellt wird. Ich wurde noch nie von einem Liebhaber verarscht oder verletzt. Wie sich eine Beziehung entwickelt, merkt man ja selber. Und etwas denken kann ja wohl jeder. Männer sind nicht so schlecht wie ihr Ruf. Auch echte Männer nicht.

Viele Leute begeben sich in das „Zwangsbeziehungswerk“ Familie und Ehe. Ob das gut ist? Wie die Scheidungsrate zeigt nicht. Eine rechtliche Scheidung mit all ihren finanziellen Folgen bedeutet für die Beteiligten viel und braucht wohl massive Disharmonie in der Beziehung. Das kann man nicht damit vergleichen, wie zwei schwule Liebhaber auf mehr Distanz gehen.

Jeder wünscht sich Geborgenheit. Muss diese Geborgenheit in einer auf eine Person fixierten Liebschaft basieren?

Wie denkt ihr, wenn ihr realistisch bleibt und nicht Wunschdenken vorschiebt: Gibt es Liebe, die dreissig und mehr Jahre anhält? Gab es sie überhaupt je? Hatten sich unsere Eltern und Grosseltern nicht einfach mit ihrer gewählten Partnerschaft arrangiert? Oder arrangieren müssen?

Liebesbeziehungen sind nicht so einfach, wie sich dies die meisten Männer wünschen.

Dazu noch dieser „NZZ am Sonntag“-Artikel von heute. Vielleicht druckt ihr ihn besser aus und lest ihn in Ruhe, wenn ihr mal wieder im Tram oder Zug gelangweilt zur Arbeit fährt:

NZZ am Sonntag vom 24.04.2011.pdf