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beatled

unregistriert

1

09.02.2010, 19:35

Toleranz

Wie ihr wisst, bin ich zur Zeit in Nizza.


Für jemanden, der gerne optisch auffällt, ist Frankreich ein enorm dankbares Land. Die Leute bemühen sich um ihr eigenes Aussehen und interessieren sich für dasjenige der anderen. Dies ist nicht nur in Nizza so, sondern im ganzen Land, inklusive Paris, was ja bekanntlich einen Sonderstatus hat.

Bei mir ist die Frisur das auffallendste. Dunkelbraune Haare mit langer Gesichtssträhne, die beide Augen bedeckt und zur Zeit wieder bis über den Mund reicht (in Deutschland nennt man das aus unerfindlichen Gründen Pony, in England fringe, in den USA bangs und hier in Frankreich mèche) ; Seitenpartien und Nacken recht kurz.

Ich werde da fleissig angeguckt und das im positiven Sinn, also beachtet. Da bleiben viele Leute stehen, wenn sie mich kommen sehen, so dass sie mich besser bestaunen können. Interessanterweise sind es nur Männer; weiss nicht, ob sich die Frauen nicht getrauen. Oder interessiert sie es nicht?

Als ich gestern an einem Strassenkaffee vorbei ging, rief doch einer spontan und unüberhörbar aus den hinteren Reihen über alle Köpfe der übrigen Gäste hinweg „quelle belle mèche“ (welch schöne Strähne). Ich reagierte nicht, fühlte mich aber geehrt. Ganz falsch liege ich nicht. Bei Teenies, die in einer Gruppe sind, bewirkt die Frisur manchmal ein Kichern, wenn ich ihnen auf der Strasse entgegenkomme.

Dort wo es etwas intimer ist, also in einer Bar oder es kann auch nur ein Bistrot sein, steht man mit einer solchen Frisur schnell im Zentrum. Aber die Reaktion der Männer ist immer nett und wohlwollend. Hatte noch nie ein Problem.

In der Schweiz nehmen die Leute zumindest auf der Strasse überhaupt keine Notiz davon, wie man rumläuft. Finde ich schade; etwas mehr Beachtung der Mitmenschen würde nicht schaden. In den Bars ist es etwa dasselbe wie in Frankreich.




Wie ist das in Deutschland? Ist die Bevölkerung tolerant und offen für Leute, die sich gerne stylen? Bin ja auf meine Aprilferien in Berlin gespannt. Kenne Deutschland überhaupt nicht. Nur so den südwestlichsten Ecken (Freiburg, Lörrach, Rheinfelden, Laufenburg, Waldshut, Konstanz). Noch etwas Bayern, zB München. An die bayerische Provinz habe ich schlechte Erinnerungen: Da wurde mein damaliger Freund von einer Privatperson kräftig zusammengeschissen, nur weil er das Auto nicht exakt ins Feld parkiert hat. Also so etwas klein kariertes findet man wahrscheinlich wirklich nur in Deutschland.

Gemäss der Medien ist die deutsche Bevölkerung nicht speziell tolerant. Also weniger als in Spanien, Italien, Frankreich, Österreich oder der Schweiz, um die Länder zu nennen, die mir nahe liegen. Der Freund (ein anderer als der mit dem Auto oben und ein Ost-Berliner), der mir seine Wohnung in Berlin zur Verfügung stellt, hat mich bereits darauf aufmerksam gemacht, dass ich mich zurückhalten soll; den (meisten) Schmuck besser zu hause lassen und auch sonst nicht übertreiben. Anscheinend wäre schon die Aufmachung, wie ich täglich ins Büro gehe, bei weitem zu viel. Und in der Freizeit mag ich es natürlich extremer. Muss man da oben wirklich zurückhaltend sein, wenn man nicht belästigt werden will?


2

09.02.2010, 20:31

Ich finde die Toleranz in Deutschland sehr durchwachsen. nun muss ich dazusagen, dass ich optisch offensichtlich schwul bin und total ins klischee falle. Schlank, dementsprechend formgerecht gekleidet etc. Dass allein fällt immer schon stark auf da die meisten jugendlichen in deutschland ja eher in Baggy, jogginghose oder was für kram rumlaufen.

Dann natürlich noch die sehr feminin wirkende Gesichtsform. Die meisten leute sind tolerant, manche starren einen schon an, sei es aus anerkennung alà: wow, coole klamotten; oder: Was ist denn das für einer? Manche jugendliche sind wie du beschrieben hast auch eher amüsiert, was ich jedoch meistens sehr interessant finde, wenn ich deren Gaderobe so sehe.

Naja, wie kommst du eigentlich auf die Frage beat?

beatled

unregistriert

3

10.02.2010, 13:24

Ben, freut mich sehr, wieder mal eine Reaktion von dir auf einen Beitrag von mir zu lesen. So jugendlich wie du, bin ich nicht mehr, aber trotzdem ist Styling mein Leben. Den obigen Beitrag habe ich geschrieben, weil ich wieder mal in Frankreich bin, wo die Leute sehr auf ihr Aussehen und das der Mitmenschen achten. Fühle mich in Frankreich akzeptiert und wohl. Die Leute können mit meinem etwas anderen Aussehen umgehen. Und es gefällt ihnen, soweit ich das beurteilen kann.

Im Hinblick auf meine Berlin-Ferien bin ich etwas unsicher. Wie gesagt, raten mir meine Freunde und Bekannten, die die Stadt kennen, davon ab, allzu krass aufzutreten. Vor allem beim Schmuck sollte ich anscheinend zurückhaltend sein. Und etwas weniger Haut zeigen, Hemd also besser zugeknöpft. Verstehe ich zwar nicht, aber sie sagen es. Die Haare schneide ich deshalb garantiert nicht ab! Anscheinend gibt es da verschiedene Fallen, in die man treten kann. Angeglotzt zu werden, ist für mich kein Problem. Habe eher Angst vor verbalen oder gar physischen Angriffen. Ist einfach schwierig, wenn man eine Stadt und deren Kultur nicht kennt. Dann noch die Sprache. Deutsch, so gewieft wie man es dort spricht, ist nicht meine Stärke.




PS: Wollte übrigens niemanden beleidigen. Wie gesagt, ich kenne nur den südwestlichsten Zipfel (und etwas Bayern) und das ist eben nicht Berlin. Ich kenne dieses Gebiet nur aus den schweizerischen und französischen Medien. Inwiefern das der Realität entspricht, lassen wir dahingestellt. Und eben dem, was mir meine Bekannten raten.


4

10.02.2010, 15:56

Also in Berlin würde ich ehrlich gesagt wirklich etwas aufpassen.. ich bin Berliner und weiß was es dort für Leute gibt. Aufjedenfall sollte man es da mit dem Make-Up und allem nicht zu übertreiben. Kommt aber darauf an in welchem bezirk man ist, in einigen würde ich mich niemals überschminkt zeigen, das wäre echt nicht so gut ;) ist zwar schade aber hier ist das eben so..
Das mit der Toleranz ist echt nicht so toll wie du es schreibst wie es in Frankreich ist. Ich wünsche mir auf jeden fall dass es sich mal endlich bessert, da ich andere ja auch akzeptiere oder sie halt nicht beachte wenn sie mir unsympatisch oder was sind.
Naja werde ja eh mal nach Amerika auswandern (hoffentlich :D) und ich hoffe da sind sie schon etwas weiter geistig fortgeschritten lol

5

10.02.2010, 17:24

naja die verbalen angriffen hab ich persönlich nur einmal auf dem weg iner disco mit freunden erlebt, als son komischer vogel meinte mich anquatschen zu müssen.

Nun muss ich dazu sagen, dass einer meiner freunde ein ziemlich guter american football spieler und ziemlich Ghetto vertreten ist. (Alte hauptschul bekannt schaft, bevor ich mein Fachabi gemacht habe) ist, und dementsprechend gebaut ist. Der hat sich freundlicherweise dann mit meiner "klette" befasst :D Seitdem hab ich eigentlich nicht mehr probleme gehabt vor allem nicht mehr im "Ghetto-Checker-Whatever"-Milleu :

Nicht dass ich gewalt gutheißen würde, aber ich fands dennoch amüsant zu sehen, wie schnell er dann doch klein bei gab :DD

Ps.: Ja beatled, bin eigentlich im moment mit meinem job in dauerstress, andauernd irgendwelche messen und reisen, hatte bis jetzt ziemlich wenig zeit für forenzeug und so. Kennst ja meinen zeitplan gewissermaßen :C


beatled

unregistriert

6

10.02.2010, 18:23

Just_Chill: Besten Dank für deine Hinweise. Anscheinend muss ich ernst nehmen, was mir meine Freunde / Bekannten raten. Ich dachte immer, sie hätten nur Angst, dass ich ausgeraubt werde. Anscheinend muss man wirklich vorsichtig sein. Wenn selbst übertriebenes Schminken ein Problem sein soll. Erstaunlich für die Hauptstadt Deutschlands.

Hast du denn Berlin so satt, dass du ans Auswandern denkst? Und ausgerechnet in die USA? Gibt es ein noch prüderes Land auf der Welt als die USA? Wenn du mehr Freiheit und Style suchst, verlässt du Europa besser nicht. Muss ja nicht Berlin sein, das ich nicht kenne, aber es gibt ja in Europa eine grosse Vielfalt. Falls du an ein Studium denkst, wäre doch Wien etwas. Total lebendige Stadt und Sprache deutsch. Zumindest für mich die schönste und spannendste deutsch sprachige Stadt. Aber wer weiss: Vielleicht wechsle ich demnächst die Meinung und es ist Berlin...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »beatled« (01.03.2010, 20:33)


7

10.02.2010, 18:36

Nö Berlin habe ich eigentlich nicht satt. Ich wohne auch selbst nicht mehr dort, sondern nur noch in der nähe (4 kilometer entfernt). Bin da aber geboren und habe dort auch ne zeit gelebt. Fahre allerdings jede Woche bestimmt ein mal zum shoppen dorthin :D Berlin ist schon ne coole stadt. Man muss nur aufpassen wie man sich gibt, da es doch schon sehr viele ausländer (nicht dass ich was gegen sie hätte) gibt. In der Umgebung ist das aber allgemein so 8|
Auswandern in die USA ist halt schon lange mein traum. Ich weiß ja nicht wie es in der Hinsicht da so ist, aber so schlimm stelle ichs mir eigentlich gar nicht vor.
Auf Deutschland habe ich jedenfalls kein Bock mehr.
Habe auch schon an England oder Japan gedacht(wobei das vielleicht eher zum in den Urlaub fahren mehr geeignet wäre), aber die USA finde ich schon eher cool ^^


beatled

unregistriert

8

10.02.2010, 19:33

Weiter zum Thema Toleranz und etwas was euch möglicherweise verwundern mag: Ich habe England als eher intolerant empfunden. Habe dort ein Jahr gewohnt und gearbeitet. Mein Arbeitgeber war der britische Staat und dort war das Klima mehr als repressiv. Ich arbeitete an einer High School als Lehrer für „moderne“ Fremdsprachen (französisch, deutsch). Dass man im Anzug zur Arbeit erscheinen musste, störte mich nicht. Aber schon ein auffallender Fingerring löste Aufregung aus. Die Gesichtspiercings brachte ich aus der Schweiz mit, konnte man nicht entfernen. Haare färben oder Make Up unterliess man mit Vorteil.

Und das war auch im privaten Bereich so: Jeder Arbeitskollege wollte angepasster sein als der andere. Totale Langweiler.

In der Freizeit habe ich mich jeweilen gerne etwas schick gemacht. Aber selbst da, sind die Briten nicht tolerant. Sie haben ein sehr eigenes Ästhetikempfinden und alles, was nicht in dieses Konzept passt, wird nicht akzeptiert. Und das auch unter jungen Leuten. Entweder passt man sich dort an, oder man geht unter.




PS: Wohnte in Newcastle upon Tyne, also keinem Provinznest, und ist schon ein paar Jahre her, war noch in Zürich Student und hatte ein Zwischenjahr für Sprache eingeschoben.



beatled

unregistriert

9

21.02.2010, 14:12

Nun, ich wollte nicht ein total negatives Bild von UK rüberbringen. Aber sehr auf sich selbst bezogen, ist die Insel schon. Nebst London, das ich sehr gut kenne, aber nicht wirklich mag, ist Brighton ein Ort, wo sich jemand, der sich gerne stylt, wohl fühlen kann. Schwule willkommen. Total schwul die Stadt. Lebt irgendwie davon. Und mit dem Zug in einer halben Stunde ab Flughafen Gatwick erreichbar. Zudem haben Brighton und Hove einen architektonischen Charme. Man glaubt fast nicht, dass man in England ist, weil es so schön ist. Das Meer muss man natürlich auch erwähnen. Tolle Promenade.

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