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beatled

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08.12.2013, 17:18

Nigel Slater

Was Essverhalten anbelangt bin ich sehr konservativ aufgewachsen. Nur Hauptmahlzeiten. Und dies am grossen Esstisch mit weisser, gestärkter Stoffserviette. Das Essen immer in Schüsseln und auf Platten aufgetragen und von Mutter individuell nach ihrem Gutdünken verteilt serviert. Silberbesteck etc.. Weitgehend französisch bourgeoise Küche.

Keine Snacks zwischen den Hauptmahlzeiten. Nur Tee, Wasser oder Sirup.

Meine Kindheit hat mein Essverhalten geprägt. Ich gehe mit Essen sehr diszipliniert und bewusst um.

Heute fasziniert mich die Vielfältigkeit der modernen britischen Küche. Gewürze, Gewürze und nochmals Gewürze. Etwas das ich aus der Kindheit in dieser Varietät nicht kenne. Kräuter wurden zu Hause in Menge verwendet, jedoch die Vielfalt der Gewürze blieb mir verschlossen.

Einer der besten Kochjournalisten Britanniens ist Nagel Slater. Zu lesen im Observer, zu sehen auf BBC. Sein neuestes Kochbüchlein "eat The little book of fast food" (Fourth Estate, London, 2013) beginnt mit dem Kapitel "In the hand". Also einem Tabu aus meiner Kindheit. Von Hand essen? Ich hatte mir unlängst ein britisches Sandwich als Nachtessen gerichtet.

Am Tisch kann man es nicht essen. Bedeutete zuviel Sauerei, wo man sie nicht wünscht. Man bleibt damit besser in der Küche. Es schmeckte tierisch gut. Der Kombination von warmem Baguette, Salat, saftigen, warmen weiteren Zutaten (Gemüse, Fleisch, Käse oder was einem in den Sinn kommt) kann keiner widerstehen.
Wichtig bei diesen Sandwiches: Bestes Brot, zumindest eine Zutat, die saftig ist und ihren Saft an den Rest der Füllung und das knusprige Brot abgibt. Ein Bestandteil der Füllung sollte warm und saftig sein. Brot je nach persönlichem Geschmack warm oder kalt.

Vor gut zwanzig Jahren hat Nigel Slater sein erstes Kochbuch veröffentlicht: "Real Fast Food". Obwohl dieses Buch noch auf dem Markt ist, kauft das Neue "Eat", das sich demselben Thema widmet.

Das Buch eignet sich ausgezeichnet als Geschenk. Schön gebunden, in kleinem Format 13.5 x 19.5 cm. Über 400 Seiten Text. Wegen des kleinen Formats kommen die Fotos nicht voll zur Geltung. Wirkt jedoch sehr persönlich. Ein schönes Buch.

Noch persönlicher für einen schwulen Freund oder, falls man selber schwul ist, für eine liebe Freundin: "toast - the story of a boy's hunger" (Fourth Estate, London, 2003, Taschenbuch). Slater's Autobiografie seiner Kindheitszeit. Ein fesselndes Bändchen.

Nigel Slater beherrscht die Sprache. Sei es am Fernsehen, im Observer oder in in seinen Büchern. Das Lesevergnügen ist garantiert.