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Sports-Man

Styling Profi

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  • »Sports-Man« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 126

Wohnort: Fulda

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1

17.04.2014, 20:25

Nachhaltigkeit/ billig-ware

Hey, mich würde mal eure meinung zum thema nachhaltigkeit und billigware interessieren, gab ja vermehrt tv berichte über arbeitsbedingungen in bestimmten ländern. es fielen begriffe wie lange arbeitszeiten, schlechte bezahlung, menschenunwürdige zustände, giftige materialien etc. in Zusammenhang damit wurden namen erwähnt wie H&M, C & A, ernstings family . und ob ihr es glaubt oder nicht auch bestimmte große namen, haute couture häuser lassen in diesen ländern teilweise anfertigen. aber was ich in den innenstädten sehe ist immer das gleiche bild, große mengen an menschen kaufen in den oben genannten häusern ein und kaum einer wundert sich wie eine jeans 19,99 euro und ein shirt 8,95 kosten kann. was sagt ihr dazu ?? haltet ihr abstand davon?? kauft ihr da regelmäßig ein ?? interessiert es euch ?? also da will ich den anfang machen und sage das auch ich bei H&M und zara einkaufe aber mit darüber auch gedanken mache und mich frage ob der verbraucher nun beauftragt ist zu handeln oder die wirtschaft / politik. man kann es aber keinem verübeln der mit 1100 netto von der arbeit nach hause kommt und regelmäßig billge waren konsumiert.


beatled

unregistriert

2

18.04.2014, 15:27

Nachhaltigkeit, Fair Trade und ökologisches Verhalten sind in meinem Leben ein permanentes Thema. Um ehrlich zu sein, verhalte ich mich gegen besseres Wissen nicht wirklich konsequent.
Ich verzichte zwar auf ein eigenes Auto. Nach Nizza fliege ich trotzdem regelmässig etc..
Sports-Man hat mehr die sozialen Aspekte angesprochen. Meiner Meinung nach gehören Fair Trade (sozialer Aspekt) und Ökologie zusammen. In Billiglohnländern wie zB China wird auf Kosten der Umwelt die Existenzgrundlage für Leben konsequent zerstört.
Die ökologische Sprengbombe scheint mir gefährlicher zu sein als die soziale. Das Soziale kann man korrigieren, das Ökologische schwerlich falls eine gewisse Grenze der Zerstörung des Ökosystems übertroffen wurde.
Man darf verantwortliches Verhalten nicht an die Politik delegieren. Da ist jeder selbst gefordert. Keiner will einen absoluten Polizeistaat. Konsequent sein kann jedoch keiner. Man muss also einen persönlichen Kompromiss finden.
Bei gewissen Konsumgütern wie Lebensmitteln ist dies relativ einfach. Bio-Labels, Faire Trade und genaue Herkunftsbezeichnung sind bekannt. Oder man kauft am besten auf dem lokalen Bauernmarkt auf der Strasse oder in der Markthalle. Da braucht es nicht mal Labels. Welcher Anbieter tauglich ist, ersieht man auf den ersten Blick.
Bei Kleidern und Mode ist es schwieriger. Und die Bedürfnisse der Modegierigen sind unterschiedlicher. Ich bin beispielsweise weit über das Teenager-Alter hinaus und lege Wert auf Mode, die mir längerfristig und nicht nur ein paar Wochen gefällt. Konkret bedeutet dies: Man schaut auf die Stoff-, Schnitt- und Nähqualität. Dies impliziert: Möglichst vor Ort einkaufen. Nur dort kann man die Sachen anfassen und anprobieren.
Wenn man ein Kleidungsstück in den eigenen Händen hält, erkennt man bereits mit wenig Erfahrung wie es hergestellt wurde.
H&M oder Zara habe ich noch nie betreten. Ich schaue zwar regelmässig ihre Auslagen in den Schaufenstern an und lasse mich inspirieren. Jedoch dort kaufen würde ich nie. Man weiss, wie diese Firmen funktionieren. Billig muss die Ware sein und trotzdem enormen Gewinn abwerfen. Und dies auf Kosten der Umwelt und der sozialen Ordnung.
Manchmal ist etwas weniger Modekonsum durchaus sinnvoll. Dafür kauft man das richtige Teil, das einem eine gewisse Zeit lang mit Freuden begleitet.

3

23.04.2014, 11:41

Der Kunde muss entscheiden, was richtig und was falsch, was fair ist und was nicht fair ist. Auch wenn mann wenig Kohle hat muss mann sich der Frage nach der Nachhaltigkeit in jeder Lebenslage stellen, ob es um Lebensmittel oder Klamotten geht ist dabei egal. Wer etwas mehr Geld im Beutel hat sollte natürlich auch Vorbild sein und voraus gehen.


4

23.04.2014, 16:42

Ich sehe das Problem bei 'wachsen oder weichen'. Irgendwer macht halt immer Drecksarbeit, vor allem so lang es in z.B. Deutschland die Geiz ist Geil Mentalität gibt. Es wird gespart wo es nur geht.
Weil ich als Student herzlich wenig Budget habe und aber super gerne shoppe, bin ich leider Stammkunde bei H&M. Ich bin mir deren Produktionsmethoden aber durchaus bewusst. Wenn ich mal besser verdiene, werde ich auf teuerere Marken umsteigen, weil mir das Design auch hochewrtiger erscheint. Wer Bennetton (nein, keine hochwertige Marke, aber teurer als H&M) kennt, weiss, dass die zwar zum Teil in Europa produzieren, aber dennoch nicht viel Rücksichtsvoller mit ihren Produzenten umgehen.

Was momentan meine Nachhaltigkeit betrifft, ist, dass ich mehr Fahrrad fahre und mein Auto schonmal ne Woche lang steht. Das spart Geld und verbrennt Kalorien ^^ Ich ernähre mich bewusster und vegetarischer. In einer Woche gebe ich wohl 25€ für Essen aus. Gemüse hole ich auf dem Markt, aber Bio (auch wegen der Geschmacksverstärker usw.) machts halt teuer. :brainsnake:

5

23.04.2014, 16:44

Ein Witz war die Werbung von Ernstings Family mit einem Biobaumwollshirt für 5€. Die Rechnung will ich sehen!


6

10.06.2014, 18:31

Eines der größten Probleme bei diesem Thema ist doch, dass man sich selbst dann nicht sicher sein kann, wenn man nicht billig einkauft. Denn auch bei teuren Markenprodukten und bei Qualitätsware weiß man oft nicht wo und wie die Produkte hergestellt werden. Vor Ort bekommen die arbeiten einen Hungerslohn und den Rest steckt sich der Hersteller doch selbst ein. Bei welchen Marken weiß man denn, dass Wert auf gute Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen gelegt wird? Ich meine wirklich abseits von Marketingsprüchen und Pseudosiegeln??
Ich habe Stil und Geld. Geld kann man sich verdienen, Stil nicht.

7

11.06.2014, 12:30

Ganz kompliziertes Thema. Der eine Tisch einer Fabrik produziert für Kik und der Tisch daneben für Esprit. Den Unterschied sieht man nur im Preis. Abenteuerlich wirds dann, wenn das Shirt von H+M länger hält, als das von Zara. Alles schon erlebt.


8

20.06.2014, 10:51

Zara ist aber auch ein ziemlicher Blender. Die Qualität ist wie H&M, wollen aber für Frauen zum Beispiel mit Mango mithalten und ziehen darum die Preise hoch. Der Laden sieht ja vielleicht ganz ordentlich aus, aber spätestens beim Geruch in den Umkleidekabinen weiss ich, dass das T-Shirt bei der ersten Wäsche sich verzieht. :wasp:

9

21.06.2014, 09:16

Sehr interessanter Faktor. Wenn ich bedenke, die letzten Kleidungsstücke die irgendwie frühzeitig schlappgemacht haben waren von Zara. Bei meiner Frau steht da s.O auf der schwarzen Liste.


beatled

unregistriert

10

21.06.2014, 18:23

Jeder weiss, wie die Modeindustrie funktioniert.
Preiskampf bis zum Selbstmord.
Zara ist da kein Stückchen besser als H&M.
Produktion in Asien unter schlimmsten Lohnbedingungen. Zerstörung der Umwelt (giftige Färbemittel und bei Leder Gerbung).
So lange diese Länder keine sozialeren und ökologischeren Standards nachweisen, vermeide ich solche Käufe weitgehend. Preis hin oder her.
Vergesst nicht: Wir sind die Konsumenten. Es hängt von unserem Verhalten ab, ob die Ausbeutung der Leute und der Natur so weiter geht.

11

21.06.2014, 18:28

Und Du weisst immer ganz genau, wo Du kaufst, was Du da kaufst und die entsprechenden Begleitumstände?


beatled

unregistriert

12

22.06.2014, 12:38

Zu Vintos Frage, ob ich wisse, woher meine Modeartikel stammen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurden, muss ich mit einem halben Ja und Nein antworten.

Bei Hemden, T-Shirts, Lederbekleidung, Taschen, Hüten, Schuhen, Brillen, Schmuck und Uhren weiss ich genau, wo sie hergestellt wurden. In Ländern, wo ich übermässige Ausbeutung ausschliessen muss (Frankreich, UK, Italien, Schweiz).

Bei meinen Jeans (fast ausschliesslich Nudie und Diesel) habe ich keine Ahnung, wo und unter welchen Bedingungen sie gefertigt werden.

Ich bin kein Teenager mehr, der sich alle drei Monate ein total neues Outfit wünscht. Ich bin älter und gesetzter und kann deshalb auf Qualität setzen.

Jedoch sollte jedermann klar sein, dass bei einem T-Shirt-Preis von 10€ etwas nicht stimmen kann. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass ein T-Shirt für 50€ unter besseren Bedingungen hergestellt wurde. Am Besten orientiert man sich so weit wie möglich an Firmen, die lokal verankert sind oder offenlegen, wie sie funktionieren. Mode ist ein komplizierteres Terrain als beispielsweise Lebensmittel.

Das nachhaltigste Verhalten: Qualitativ gute Stücke kaufen. Dafür muss man vor Ort einkaufen, weil man es im Inet-Shop unmöglich beurteilen kann. Diese Stücke halten meistens mehrere Jahre und bereiten lange viel Freude. Plant bei euren Aufenthalten in Paris, London oder Mailand einen extra Modeshopping-Tag ein. Es lohnt sich.

Dass man als Schneiderin oder Schneider auch in Europa nicht zur Millionärin oder Millionär wird, ist klar. Die Konditionen sind hier jedoch wesentlich kontrollierter.