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focus

Styling Experte

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1

19.09.2012, 21:30

Persönliche Ausstrahlung

Ich staune immer wieder, wie Leute viel auf ihr Äusseres geben, aber sowenig auf ihre Ausstrahlung achten. Dann runzeln sie die Stirn, dass ich mich fragen muss, müsste der oder sie nicht eine Brille tragen. Oder haben eine Leere im Blick, wo ich mich frage, wie und wo lebt diese Person. Oder machen einen Mund, der eine solche Unzufriedenheit ausstrahlt und total im Widerspruch zum dem ist, was sie mit ihrer Kleidung, Frisur, Schminke etc. aussagen möchten. Spüren das diese Leute nicht? Die müssen sich doch in ihrer Haut nicht wohlfühlen. Ich jedenfalls ich glaube zu spüren, ob ich mich wohl fühle, eine positive Aura ausstrahle. Sicher gibt es auch Zeiten, wo ich mich nicht gut fühle, aber das heisst doch nicht, dass ich dann eine negative Ausstrahlung habe, wenn schon eher eine melancholische.

Wiederum gibt es Personen, da wechseln wir die Blicke und die sagen viel mehr aus, als die Kleidung, die Schminke etc. Ich kann mitten im Gewühl mit einer wildfremden Person einen Augenkontakt für nur einige Sekunden austauschen und habe den Eindruck ein Funke sei hinübergesprungen. Ich spüre dann auch, diese Person hat eine Ausstrahlung und die stimmt zu ihrem Benehmen, zu ihrer Kleidung, ich würde sagen sie ist kongruent. Sie wirkt selbstsicher ohne arrogant oder überheblich zu sein. Sicher strahl sich dabei eine Reife aus, wobei ich sagen muss, dass ich das auch schon bei jungen Personen erleben konnte. Aber vermutlich hat es doch etwas mit der Lebenserfahrung zu tun.
Macht ihr ähnliche Erfahrungen? Ich bin gespannt eure Meinung zu hören.


beatled

unregistriert

2

22.09.2012, 17:30

Focus spricht da ein ganz spannendes Thema an. Für manche Teilnehmer mag es etwas ätzend sein; mit seinem Leben sollte man sich jedoch auseinandersetzen.
Vielleicht kommt das Thema nicht von Ungefähr: Peter Bieri war in seiner kleinen Vortragsreihe, veröffentlicht unter dem Titel "Wie wollen wir leben?", die wir hier unlängst kommentiert hatten, aus verschiedenen Aspekten auf folgenden Punkt eingegangen: Der Blick der Anderen (gemeint: auf mich).
Bei mir persönlich stelle ich fest: Je älter ich werde, desto selbstbewusster werde ich. Man lernt sich kennen. Und das ist gut so.
Mich hat dabei die Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts (primär französische und englische) menschlich weiter gebracht. Klingt für euch möglicherweise eigenartig, aber in diesen Texten steckt sehr viel Lebenswahrheit, die man persönlich nachvollziehen kann und unsere Kultur noch heute prägt.
Je selbstbewusster ich mich zeige, nicht arrogant, dies wäre überhaupt nicht meine Art, desto mehr werde ich wahrgenommen.
Dies primär von jungen Leuten männlichen Geschlechts. Wohl weniger weil ich schwul bin, sondern weil ich immer gut aufgemacht bin und eine recht starke persönliche Ausstrahlung habe.
Älter werden ist nicht nur eine Krux: In vielerlei Hinsicht ist es für mich eine persönliche Befreiung. Man weiss, wer man ist. Was man mag und was nicht. Und man handelt nach seinem Gusto und nicht nach demjenigen, das Autoritäten oder die Breite Masse vorgibt. Je älter ich werde, desto ausgeglichener, ruhiger und glücklicher bin ich. Andererseits erkennt man die Endlichkeit des Lebens. Dies beeinflusst das Handeln sehr. Nicht dass ich an einer Krankheit leiden würde, ewig lebt jedoch niemand.

Nun zurück zum Thema von focus: Wenn das äusserliche Erscheinungsbild nicht mit seiner Persönlichkeit übereinstimmt, dann liegt es wohl in vielen Fällen daran, dass die Leute sich selber überhaupt nicht kennen und irgendeine Rolle spielen oder meinen spielen zu müssen. Geh ab und zu im Globus (Schweizer Luxuswarenhauskette) Lebensmittel einkaufen, wo du eine Unmenge an (Ehe-)Frauen siehst, deren Äusseres eine totale Fassade und ihr unglückliches Inneres eine tiefe Grube ist.
Wie man es so weit kommen lassen kann? Geld? Bequemlichkeit?
Auf der anderen Seite muss ich feststellen: Stylen und Schminken tut man sich aus Gewohnheit und dies auch an Tagen, wo man sich nicht so gut fühlt. Da stimmt die persönliche Ausstrahlung und das Erscheinungsbild möglicherweise nicht optimal überein. Das ist sicherlich schon jedem passiert.
focus muss ich jedoch zustimmen, dass die meisten Leute ihre Persönlichkeit zu wenig pflegen. Irgendwie wollen sich viele Menschen gar nicht selbst kennen. Aus Angst?Modisch gekleidet und gut geschminkt sein, heisst noch lange nicht, dass man positiv rüberkommt. Man sollte primär darauf achten, dass man mit sich selbst zufrieden ist. Inneres und Äusseres sollten in Etwa übereinstimmen.
Lernt euch kennen und lebt euch. Den Mainstream kann man weitgehend vergessen, obwohl man sich ihm nicht total entziehen kann. Was zu einem passt, kann man ohne Gesichtsverlust in seinen Lifestyle integrieren

focus

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3

23.09.2012, 18:42

beatled bringt da weitere Begriffe in die Diskussion. Rolle, Rollenspiel. Als ich jünger war, war es für mich ein Horror, wenn ich beruflich mich in einen Anzug stürzen musste und dazu eine Kravatte anziehen. Als ich älter wurde, wohl auch reifer, kann ich nun viel gelassener im Anzug auftreten und habe auch nicht mehr den Eindruck, dass ich mich in eine Rolle einzwängen muss. Ich glaube, dass jeder / jede einmal in eine Rolle hineinschlüpft. Die Frage stellt sich wohl, ist man sich dessen bewusst? Wenn ja, dann ist das aus meiner Sicht auch kein Problem. Problematischer sehe ich das, wenn man es unbewusst macht. Dann muss aus meiner Sicht über kurz oder lang ein Konflikt auftreten, was wohl von anderen Personen wahrgenommen wird, dass das Bild so einer Person nicht stimmt, nicht kongruent ist.
Früher hatte ich oft Probleme mit meiner Businessrolle. Mittlerweile gehe ich im dunklen Anzug, nur wenn es erforderlich ist. Kravatte habe ich meistens nur beim Erst-Kundenkontakt, danach trage eine Jacke (Sacko) und eine Hose mit Hemd.
Ich möchte behaupten, dass ich in zwei bis drei Welten mich bewegen kann und eine entsprechende Ausstrahlung habe, die Wirkung zeigt. Wobei ich natürlich am liebesten in einer Rolle bin, in meiner natürlichen würde ich sagen. Aber es gibt Situationen, die das nicht immer erlauben. Mittlerweile kann ich das akzeptieren und es bereitet mir sicher weniger Probleme als früher. Sicher steckt dahinter ein gesundes Selbstbewusstsein, wie beatled das auch erwähnt. Wobei es wohl eine Gratwanderung ist, selbstbewusst aufzutreten ohne arrogant oder stolz zu wirken. Ich bin eher gross, und muss daher erst recht aufpassen, dass ich auf andere nicht arrogant wirke.


beatled

unregistriert

4

23.09.2012, 19:40

Bei mir war es mit dem Dresscode gerade gegenteilig. Als ich mit jungen Jahren nach dem Studium meine erste Stelle in England annahm, da war ich stolz auf mein Business-Outfit (Anzug, Krawatte). Es musste kein dunkler Anzug sein; man durfte sich modisch zeigen. Arbeitgeber: Staat.
Heute, in der Privatwirtschaft tätig, meide ich solche Uniformen. Gewiss gibt es schicke Anzüge. Jedoch möchte ich kein solcher Rollenträger mehr sein.
Als Software-Entwickler kann man sich dies selbst im konservativen Bankenumfeld leisten. Wenn man mich herbeizieht, geht es mehr um den Geist und das Wissen als um den Dresscode.
Gut gekleidet und aufgemacht bin ich immer. Das verlangt meine Eitelkeit. Nach Dresscodes habe ich jedoch zur Zeit kein Verlangen. Das war mal, als ich unreifer war.

focus

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24.09.2012, 20:21

beatled sagt es "Uniform". Wobei der Uniform-Look nicht nur im Business herrscht. Ich staune, wie viele junge Leute in einem Uniformlook herumlaufen. Warum wohl? Ist es um in die Anonymität abzutauchen? Burschen, Männer z.B. schwarze Lederjacke, weisses T-Shirt und Jeans und dann sehr oft noch mit einem Einheits-Haarlook. Frauen zB schwarze Leggins, blonde Jahre (meist gefärbt), schmolliger Mund mit einem künstlichen Lächeln, leerer Ausdruck in den Augen. Diese Leute tun mir einfach leid. Keine Persönlichkeiten, lassen sich auswechseln wie eine Nummer. Reagiere ich wohl so allergisch darauf, weil ich Militärdienst leisten musste (als Antimilitarist)? Dort sieht man das sehr häufig. Durch die Uniform haben dann viele Personen irgendwie weniger Hemmungen und überschreiten gewisse Barrieren, die sie sonst nicht überschreiten.

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